Arbeitsblatt zum Abendritual in der Gelassenheits-Toolbox

* Alle AbonnentInnen finden das Arbeitsblatt unter ihrem persönlichen Toolbox-Link.

In der letzten Folge haben wir über ein Morgenritual gesprochen: etwas das Du jeden Morgen tust, um entspannt in den Tag zu starten. Dazu habe ich Dir drei Tipps mit auf den Weg gegeben: Kickstart, Meditation und Ausrichtungen. Mit dem Arbeitsblatt zur letzten Folge konntest Du dann Dein eigenes Morgenritual entwickeln. Ich hoffe, das hat Dir Spaß gemacht! Wenn Du Lust hast, lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie es mit Deinem Ritual läuft.

Soweit also zum entspannten Start in den Tag. Damit kannst Du Dich also super ausrichten statt Dich morgens schon darüber zu ärgern, welche Schwierigkeiten Dir vielleicht über den Weg laufen werden. Das Morgenritual hilft Dir dabei, gelassen zu starten. Nun kommt der Tag ja aber noch und mit ihm vielleicht auch die ein oder andere Situation, die Deine Gelassenheit herausfordert.

Und da finde ich es wichtig, sich am Abend nochmal ein kleines Ritual zu schaffen, um eben auch dort wieder in die Ruhe zu kommen und den Tag entspannt abzuschließen. Damit Dir das gelingt, habe ich auch heute wieder drei Anregungen für Dich dabei, wie ein Abendritual aussehen kann. Mit dem Arbeitsblatt zu dieser Folge (findest Du in der Gelassenheits-Toolbox) kannst Du dann Dein eigenes Abendritual entwickeln.

So hilft Dir ein Abendritual, den Tag entspannt abzuschließen [GG#19] Signature Bild

Anregung #1 für Dein Abendritual: Smooth-out

Als „Smooth-out“ bezeichne ich das sanfte Rausgleiten aus dem Arbeitstag. Aus einer vergangenen Podcastfolge weißt Du: Wir sind auf der Arbeit und zuhause verschiedene Menschen. Es gibt einen mehr oder weniger festen Identitätskern, der Dich ausmacht, viele Eigenschaften und Fähigkeiten, die Du in verschiedenen Lebenswelten an den Tag legst. Aber, je nachdem in welcher Lebenswelt Du gerade unterwegs bist, handelst Du so oder so, nimmst diese oder jene Rolle ein.

Der Wechsel zwischen den verschiedenen Rollen oder Lebenswelten geht nicht von einer Sekunde auf die nächste, sondern wir müssen erst mit dem einen abschließen, um mit dem anderen beginnen zu können; eine Rolle ablegen, um in eine andere hineinschlüpfen zu können. Vielleicht hast Du das schon mal erlebt: Wenn ein Kollege, mit dem Du privat nichts zu tun hast, Dich im Feierabend anruft, dann dauert es ein paar Momente, sich auf das Gespräch einzustellen und die gefragten Informationen zu liefern.

Es ist ganz normal, einen gedanklichen Teil der Arbeit mit nachhause zu tragen.

Mit smooth-out meine ich ganz einfach: nicht den Anspruch zu haben, zur Haustür reinzukommen und schon vollständig dieser ganz andere Mensch sein zu müssen – sondern nachsichtig mit Dir zu sein. Es ist ganz normal, einen gedanklichen Teil der Arbeit mit nachhause zu tragen. Die Erlebnisse des Arbeitstags schwirren noch in Deinem Kopf herum und müssen sich langsam verabschieden.

In einem Abendritual kannst Du das übrigens auch ganz aktiv machen: Nimm etwas aus dem Job, das Dir noch nachhängt, und verabschiede es gedanklich. Mit etwas Übung geht das wie von selbst. Am Anfang kannst Du einfach so etwas denken wie „Ich nehme gerade wahr, dass ich an xyz denke und ich verabschiede mich für heute von diesem Gedanken“.

Anregung #2 für Dein Abendritual: Meditieren

Meditation ist ein schönes und sehr einfaches Werkzeug, um Dich zu erden, um bei Dir anzukommen und alles Belastende loszulassen. Und Meditation muss gar nicht schwierig sein. Du musst nicht mit geschlossenen Augen im Lotus sitzen, völlig aus der Welt raustreten. Sondern Meditation ist eigentlich in jedem Moment des Alltags möglich: auch auf der Arbeit, sogar in der Supermarktschlange, … eigentlich überall und immer. Wenn Du anfängst zu meditieren, ist es sicher einfacher, wenn es ruhig und gemütlich ist, wenn Du dazu Deine Augen schließt. Das ist aber nur der erste Zugang dazu.

Meditation ist ein Moment des Innenkehrens und des Loslassens.

In meinem Verständnis ist Meditation einfach ein Moment des Innenkehrens und des Loslassens – wie auch immer Du den gestaltest. Ich nehme mir immer vor dem Schlafengehen fünf bis zehn Minuten Zeit, in denen ich mich in Ruhe auf’s Sofa oder auf den Boden setze und nochmal ankomme. In einer der nächsten Podcast-Folgen werde ich eine kurze Einführung in die Meditation geben, falls Du das für Dich kennenlernen und verschiedene Techniken ausprobieren willst. Du kannst aber auch einfach starten: Reserviere Dir abends fünf Minuten, in denen Du einfach nichts tust und auch nicht aktiv über irgendetwas nachdenkst.

Anregung #3 für Dein Abendritual: Dankbarkeit

Wann bedankst Du Dich in der Regel bei jemandem? Wahrscheinlich bedankst Du Dich, wenn jemand etwas für Dich getan hat, wenn etwas erledigt wurde, das gut für Dich war. Das ist doch interessant: Wenn wir uns überhaupt bedanken, dann bei anderen. Aber für uns selbst und für das, was wir den ganzen Tag schaffen, danken wir uns in der Regel nicht; das halten wir für selbstverständlich oder sogar für „viel zu wenig“ oder „nicht der Rede wert“.

Dankbarkeit ist super wichtig, das weißt Du wahrscheinlich, wenn Du Dich mal aus tiefstem Herzen bei jemandem bedankt hast. Erinnerst Du, was das beim anderen auslöst? Solche Dankbarkeit kannst Du auch für Dich selbst einsetzen. Denk’ einfach jeden Abend an drei oder fünf Erlebnisse des Tages, für die Du dankbar bist. Du kannst das auch aufschreiben, denn es ist immer schön rückblickend zu sehen, was man alles erlebt hat und wofür man dankbar war.

Wofür kannst Du dankbar sein?

Vielleicht bist Du dankbar für die erledigte Arbeit, für ein Gespräch mit Kollegen, vielleicht auch für den Moment, in dem eine Stimme in Dir gesagt hat: ich habe keine Lust mehr. Vielleicht hast Du etwas Leckeres gegessen, einen neuen Menschen kennengelernt, vielleicht hast Du Dir eine längere Kaffeepause gegönnt. Für all das kannst Du dankbar sein.

Dankbar sein können wir auch für die größeren Dinge im Leben: Existenz überhaupt! Du lebst! Was ein Wunder, wie großartig! Du kannst mit anderen kommunizieren, komplexe Dinge verstehen und Aufgaben bewältigen, Dich in hundert verschiedenen Arten bewegen.

Vielleicht bist Du auch dankbar für das, was Du heute von anderen bekommen hast: Lob oder Anerkennung. Aber auch für kritisches Feedback und die damit verbundenen Lernerfahrungen kannst Du dankbar sein.

So hilft Dir ein Abendritual, den Tag entspannt abzuschließen

Das sind meine drei Anregungen für ein Abendritual, mit dem Du den Tag entspannt abschließen kannst. In der letzten Podcast-Folge ging es ja schon mal darum, warum das ein Ritual braucht. Die Kurzfassung: Rituale sind so stark, weil sie regelmäßig und immer gleich stattfinden. Mit dem Arbeitsblatt zu dieser Folge kannst Du daher Dein eigenes Abendritual entwickeln. Das Arbeitsblatt ist Teil der Gelassenheits-Toolbox:

Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Du in den Kommentaren teilst, was Dein persönliches Abendritual ist. Gerne kannst Du auch Fragen dazu stellen oder Deine Erfahrungen dazu teilen, wie man den Tag noch entspannter abschließt.

P. S.: Sharing is caring :)

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