Sag mal, wie steht’s eigentlich um Dein Verhältnis zur Konkurrenz? Kannst Du Dich in einer der folgenden Situationen wiederfinden?

  • Du bist eine Buchhalterin, die auf XING entdeckt, dass ihre Kollegin schon wieder fünf Businesskontakte geknüpft hat – vermutlich neue Kunden.
  • Du bist ein Fitnesstrainer, dessen Ausbildungskamerad auf Facebook teilt, dass er diese Woche in drei Studios unterricht (bei denen Du auch gerne unter Vertrag wärst).
  • Du bist ein Journalist, dem beim Einkaufen in der Stadt ein Plakat begegnet, auf dem der Vortrag eines ehemaligen Kommilitonen angekündigt wird – genau zu dem Thema, für das Du auch gerne bekannt sein würdest.

Und Du fragst Dich: Warum sind die so erfolgreich?

Solche Erlebnisse stressen, weil sie uns das Gefühl geben, zu wenig zu tun, Chancen verpasst zu haben und mit den anderen nicht mithalten zu können. Und daraus, das erlebe ich bei meinen Klienten, ergibt sich oft der Drang, noch mehr zu machen, noch eine Schippe drauf zu legen – und sich zu verausgaben.

Ich glaube nicht, dass Du so arbeiten willst: unter dem ständigen Druck, Schritt halten zu müssen. Ich wette, Du willst mit Leichtigkeit arbeiten, Dein Business und Dein Leben genießen und ganz entspannt erfolgreich sein. Du wünschst Dir wahrscheinlich, bei Dir und Deinen Erfolgen bleiben zu können, auch wenn die Kollegen einen meilenweiten Vorsprung zu haben scheinen. Genau darum kümmern wir uns heute.

Die Konkurrenz schläft nicht – Warum mich das kalt lässt und wie Dir das auch gelingt Signature Bild

Warum es so schwer ist, bei Konkurrenz gelassen zu bleiben

In der Vorbereitung auf diese Folge habe ich mich gefragt: Wenn uns klar ist, dass wir unsere Mitbewerber eigentlich mit Gelassenheit, Freude und Wertschätzung betrachten wollen statt uns von ihnen aus dem Flow bringen zu lassen, warum tun wir es dann nicht einfach? Die Antwort liegt, wie so oft, in unserer menschlichen Natur, denn wir brauchen den Vergleich aus zwei Gründen:

  • Orientierung: Im Vergleich mit anderen findest Du Deinen Status Quo heraus, Du weißt, wo Du stehst und welche Schritte Du als nächstes gehen musst.
  • Identifikation: Das Vergleichen hilft Dir herauszufinden, wofür Du stehst. Machst Du etwas Ähnliches wie die Mitbewerberin, wo bist Du anders als der Mitbewerber, usw.

Es kann also nützlich sein, Dir die Konkurrenz anzuschauen. Wenn Du es jedoch übertreibst, kann es Dich auch behindern. So ging’s: In der Anfangszeit meiner Selbstständigkeit hatte ich viele Newsletter von Kollegen abonniert, bin ihnen in den sozialen gefolgt und habe stände gesehen, welche Produkte sie veröffentlichten und welche Kunden sie gewannen. Das hat ziemlich gestresst!

Meine Strategie war es, eine Zeit lang die Augen vor der Konkurrenz zu verschließen. Und das kann ich Dir auch empfehlen, wenn Deine Mitbewerber gerade viel Druck bei Dir auslösen: Melde Dich von ihren Newslettern ab, entfolge ihnen in den sozialen Netzwerken, befreie Dich davon, ständig mit ihnen konfrontiert zu sein.

Das ist die kurzfristige Lösung. Langfristig willst Du sicher die Arbeit Deiner Mitbewerber verfolgen, ohne dass sie Dich in Stress versetzt. Damit okay sein, was andere machen, während Du damit okay bleibst, was Du machst. Und genau dafür habe ich Dir heute drei Denkanstöße mitgebracht.

Die Konkurrenz schläft nicht – Warum das Quatsch ist

Meistens betrachten wir unsere Mitbewerber mit einem völlig unrealistischen Blick. Und dafür gibt es einen Kernsatz, der auch den Titel dieser Podcast-Folge ziert: Die Konkurrenz schläft nicht. Er bedeutet: Wenn Du mal einen Moment lang nicht aufpasst, haben Deine Konkurrenten Dich überholt. (Also sei schnell …) Doch die Konkurrenz schläft auf! Andere Buchhalter, Fitnesstrainer, Journalisten sind auch Menschen – mit allen Beschränkungen, die dazugehören. Sie brauchen auch Schlaf, sie nehmen sich Pausen, sie regenerieren.

Ich kenne ein paar Menschen, die genau darauf verzichten. Sie glauben, dass weniger Pausen oder eine kürzere Nachtruhe sie produktiver machen, weil dann mehr Zeit zur Verfügung stünde. Das ist Quatsch! Mit dem Verzicht auf Ruhezeiten tust Du Dir keinen Gefallen, da die Energie irgendwann an einer anderen Stelle fehlen wird. Nur wenn Du regelmäßig Pausen und Auszeiten nimmst, kannst Du produktiv und leistungsfähig, gesund und zufrieden bleiben.

Ruhezeiten nützen vor allem Deiner kreativen Arbeit: Dingen, mit denen Du den Wettbewerb entscheidest.

Marketing, Produktentwicklung, Vernetzung – Ruhezeiten nützen vor allem Deiner kreativen Arbeit, den Dingen, mit denen Du den Wettbewerb entscheidest. Wahrscheinlich weißt Du, dass die guten Ideen nicht kommen, wenn wir am Schreibtisch etwas abarbeiten. Die guten Ideen kommen beim Laufen, unter der Dusche, in der Meditation – in Momenten, in denen Du Dich völlig gelassen, entspannt und frei fühlst. Mein Tipp: Beschneide diese Moment nicht. Du brauchst sie. :)

Der Erfolg der anderen ist nur ein Ausschnitt der Realität

Was uns an Mitbewerbern am meisten stresst ist, was wir von ihnen sehen. Schau Dir mal an, welche Business-Kontakte Deine Mitbewerber auf XING knüpfen, worüber sie auf facebook berichten oder was sie auf Veranstaltungen erzählen. Dann siehst Du die Kraft des Marketings: Meistens sind das Erfolgsgeschichten.

Und auch wenn heute Misserfolge geteilt werden, dann steckt dahinter oft auch eine Strategie: zu zeigen, dass jemand durch eine Krise gegangen ist, diese dann aber erfolgreich bewältigt hat und dabei wie ein Phoenix aus der Asche aufgestiegen ist.

Was unsere Mitbewerber präsentieren, ist nur ein gut inszenierter Ausschnitt der Realität.

Das ist Teil des Marketings und auch völlig okay, wenn Du das ebenso machst. Beim Beobachten Deiner Mitbewerber solltest Du Dir dann aber auch ins Gedächtnis rufen, dass sie das auch tun. Was wir da präsentiert bekommen, ist eben nur ein gut inszenierter Ausschnitt der Realität.

(Im Audio-Podcast verrate ich Dir an dieser Stelle, wie die Realität aussähe, wenn meine Kontakte so leben würden, wie mein Instagram-Feed mir das zeigt. Hör doch mal rein – den Player findest Du ganz oben auf dieser Seite!)

Vergleichst Du Dich einfach mit den Falschen?

Oft vergessen wir auch, dass unsere Mitbewerber an einem anderen Punkt stehen als wir selbst. Dass sie mit ihrem Business vielleicht schon um ein paar Jahre oder Erfahrungen reicher sind. Wenn Du Dich mit so jemanden vergleichst, ist Frust vorprogrammiert. Dazu eine kleine Geschichte aus meiner eigenen Selbstständigkeit:

Als ich vor anderthalb Jahren die ersten Gedanken daran hatte, aus dem Gelassenheits-Thema ein Coaching-Business zu machen, war mein großes Vorbild Marie Forleo (eine US-amerikanische Unternehmerin). Neben meinem inhaltlichen Interesse hat mich fasziniert, wie großartig sie ihr Marketing betrieb. Ausgeblendet hatte ich dabei, dass Marie schon seit sieben Jahren am Markt war, ein internationales Coaching-Business betrieb und von einem Team unterstützt wurde. Meine eigenen Fortschritte verschwanden in dem großen Schatten, den sie über den Atlantik warf. ;)

Wenn ein Mitbewerber zu weit von Deiner Realität entfernt ist, hemmt das Vergleichen eher statt Dich anzutreiben.

Es ist sicher gut, ein großes Vorbild zu haben – als Inspiration und als Fernziel, auf das man hinarbeiten möchte. Wenn ein Mitbewerber zu weit von Deiner Realität entfernt ist, hemmt das Vergleichen eher statt Dich anzutreiben. Wenn Du Dich vergleichen und messen musst, dann such Dir jemanden, der an einem ähnlichen Punkt steht wie Du. Das mache ich derzeit in meiner Mastermind-Gruppe mit einer befreundeten Ernährungsberaterin. Mit viel gegenseitiger Hilfe, Wertschätzung und Motivation.

Die Konkurrenz schläft nicht – Warum mich das kalt lässt und wie Dir das auch gelingt (und ein kleiner Bonus-Tipp)

Jetzt habe ich Dir einige Punkte mit auf den Weg gegeben, die Dir dabei helfen, gelassen zu bleiben, auch wenn Du Mitbewerber siehst, die scheinbar alles schaffen:

  • Erstmal zur Beruhigung: Die Konkurrenz schläft auch und Deine Pausen sind super wichtig, um leistungsfähig zu bleiben und in Deine kreative Kraft zu kommen.
  • Der Erfolg, den wir bei Mitbewerbern sehen, ist nur ein gut inszenierter Ausschnitt der Realität. Lass Dich davon nicht blenden!
  • Wenn Du Dich mit Mitbewerbern misst, die viel zu weit von Deiner eigenen Entwicklung entfernt sind, hemmst Du Dich damit.

Kleiner Bonus-Tipp: Vergiss nicht, Deine eigenen Schritte wertzuschätzen. Wahrscheinlich sagst Du jetzt: Natürlich sehe und wertschätze ich, was ich bisher erreicht habe – hätte ich damals genau so gesagt. Heute weiß ich: nur wenn Du Wertschätzung sichtbar machst, kann sie auch bei Dir im Herzen ankommen. Ich habe mittlerweile viele kleine und große Rituale dafür, wenn ich etwas erreicht habe. Und das fühlt sich sehr gut an. :)

(Im Audio-Podcast verrate ich Dir übrigens noch meine ganz persönliche Meinung zum Thema Konkurrenz. Hör doch mal rein – den Player findest Du ganz oben auf dieser Seite!)

Und jetzt interessieren mich Deine Erfahrungen mit der Konkurrenz: Warum und womit stressen Dich Deine Mitbewerber?