Die Kollegin lässt Dich hängen, der Kunde verlangt Nachbesserungen, die unerledigten Aufgaben türmen sich … Es gibt immer wieder solche Zeiten, in denen wir uns fragen: „Warum mach’ ich das eigentlich?“ Schnell meldet sich die Idee, dass wir woanders produktiver, glücklicher, gelassener sein könnten als hier und jetzt.

Ich glaube das nicht. In diesem Artikel erfährst Du,

  • warum Hinschmeißen Deine letzte Option ist,
  • wo Du wirklich ansetzen solltest, wenn es nicht rund läuft und
  • wie Du aus Dir selbst heraus erfüllende Arbeit schaffst.

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade „Dein Weg in ein erfülltes Leben“ meiner Kollegin Ulrike Bossmann (soulsweet).

Wie Du erfüllende Arbeit findest, ohne hinzuschmeißen Signature Bild

Warum Hinschmeißen Deine (letzte) Option ist

Während wir über die Unzulänglichkeiten unserer Arbeit jammern, vergessen wir gerne, dass wir uns in einem selbst geschaffenen Gefängnis bewegen. Schließlich hast Du Dich mal bewusst für Deine Arbeit entschieden. Und Du entscheidest Dich jeden Tag erneut dazu, das zu tun, was Du tust.

Viele Menschen, mit denen ich über ihr Berufsleben spreche, träumen zwar von einer Zukunft fern der jetzigen Tätigkeit – erfüllende Arbeit, erfüllendes Leben –, die wenigsten aber kommen über den Konsum inspirierender Podcasts und Blogs hinaus. Mach’ Dir bewusst: Genau so, wie Du Dich jeden Tag für Deine Arbeit entscheidest, kannst Du Dich jederzeit auch dagegen entscheiden.

Du entscheidest Dich jeden Tag erneut dazu, das zu tun, was Du tust.

Die Kündigung des Jobs (oder die Geschäftsaufgabe, wenn Du selbstständig bist) sind eine echte Option; meiner Erfahrung nach aber nur die letzte Option: Zum einen kommt eine neue Umgebung mit neuen Herausforderungen, die Dir viel Aufmerksamkeit und Kraft abverlangen, zum anderen tauchen die alten, ungelösten Probleme aus Deiner vorherigen Arbeit hier oft in neuer Besetzung wieder auf.

Daher macht es mehr Sinn vor dem Hinschmeißen hinzuschauen, wie Du Stress und Konflikte in Deiner jetzigen Arbeit bewältigen kannst.

Wo Du wirklich ansetzen solltest, wenn es nicht rund läuft

Die meisten von uns bewältigen Stress und Konflikte nicht am Ort des Geschehens, sondern suchen sich einen Ausgleich: Sport, Yoga, Urlaub. Diese Dinge sind wichtig, um Dein Leben auch außerhalb der Arbeit zu führen und Deine Batterien für Produktivität und Kreativität aufzuladen. Eine Zeit lang klappt es auch, dadurch Stress und Konflikte auszugleichen; irgendwann gelangst Du aber an den Punkt, wo das nicht mehr ausreicht.

Erfüllende Arbeit kann genau da stattfinden, wo Du gerade stehst.

Wenn Du statt dem Ausgleichen versuchst, die Herausforderungen direkt in Deinem Arbeitsalltag zu bewältigen, kannst Du nur gewinnen: Entweder es klappt, Du arbeitest entspannt und produktiv, kommst besser mit anderen aus; oder es klappt nicht und Du kannst guten Gewissens die Entscheidung treffen, zu gehen.

Erfolgreiche Bewältigung beginnt nicht bei Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden, sondern bei Dir selbst. Dort hast Du den größten Einfluss.

Wie Du aus Dir selbst heraus erfüllende Arbeit schaffst

Für mehr Gelassenheit ist es wichtig, dass Du unterscheidest, welche Dinge Du verändern kannst und welche Du besser akzeptieren solltest. Ist die Kaffeekanne immer genau dann leer, wenn Du Dir Nachschub holen willst, kannst Du natürlich Deine KollegInnen darauf ansprechen und eine verbindliche Kaffeekochregelung treffen.

Wenn das aber nicht klappt (und Du nicht bereit bist, auf den Gemeinschaftskaffee zu verzichten), übe Dich in Akzeptanz: „Ja, es kann sein, dass die Kanne leer ist, wenn ich an der Reihe bin. Es ist dann meine Aufgabe, neuen Kaffee aufzubrühen.“ Nimm diese Aufgabe an und bewerte sie nicht. Mit der Akzeptanz sparst Du viel Energie, die Du ins Ärgern gesteckt hättest, und kannst sie für Deine Arbeit einsetzen.

Welche Dinge kannst Du verändern und welche solltest Du besser akzeptieren?

Die Kaffeekanne ist nur vermeintlich ein banales Beispiel. Hierüber werden echte Kämpfe in deutschen Büros geführt! Hier kannst Du auch andere Beispiele einsetzen: Dein Unternehmen hat einen Externen beauftragt, statt Dir das Projekt zu geben. Dein Kunde ist mit dem Ergebnis Eurer Zusammenarbeit unzufrieden. Und so weiter. Auch in diesen Fällen solltest Du überlegen, ob Du eine Veränderung erreichen kannst oder Akzeptanz der für Dich entspanntere Weg ist.

Übrigens: Akzeptieren bedeutet nicht, alles hinzunehmen und den Arbeitsalltag nicht mehr mitzugestalten. Sondern es bedeutet, den Dir zur Verfügung stehenden Handlungsspielraum und seine Grenzen zu akzeptieren. Keine Energie mehr in Dinge zu investieren, die Du nicht oder nur unter großer Anstrengung verändern kanst.

Wie Du erfüllende Arbeit findest, ohne hinzuschmeißen

Ich bin davon überzeugt, dass es Dir gelingen wird, erfüllende Arbeit genau dort zu erreichen, wo Du gerade stehst. In diesem Artikel hast Du erfahren, dass

  • Kündigung oder Geschäftsaufgabe eine echte Option sind; allerdings nur, wenn Du mit den anderen beiden Möglichkeiten nicht weiterkommst,
  • Du erfüllende Arbeit dort schaffen kannst, wo Stress und Konflikte herrschen, statt diese in Deiner Freizeit auszugleichen und
  • Dir dafür die Mittel der Veränderung und der Akzeptanz zur Verfügung stehen.

Und jetzt geht’s an die praktische Umsetzung! Welche Situationen bringen Dich dazu, Deine Arbeit in Frage zu stellen? Was kannst Du versuchen, um Stress und Konflikte abzubauen? Was hält Dich davon ab, die Situation, so wie ist, mit Gelassenheit zu akzeptieren? Teile Deine Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren!

Wenn Du hierbei Unterstützung brauchst, findest Du in meiner Gelassenheits-Toolbox nützliche Hilfsmittel wie einen Schlüssel für erfolgreiche Veränderungen oder den Annahmenprüfer zum Auflösen von verhärteten kollegialen Beziehungen.

P. S.: Sharing is caring :)

Was möchtest Du gerne teilen?

Ich möchte auch Zugang zur kostenfreien Gelassenheits-Toolbox und regelmäßige Impulse für mehr Gelassenheit per E-Mail erhalten.