Diese Podcast-Folge hilft Dir dabei, auf dem Weg zur Gelassenheit im Job nicht abzukommen. Dazu stelle ich Dir fünf typische Fehler vor, die häufig passieren. Zum Vertiefen kannst Du Dir das Arbeitsblatt in der Gelassenheits-Toolbox holen.

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Gelassenheit im Job: Vermeide die 5 häufigsten Fehler [GG#11] Signature Bild

Heute beschäftigen wir uns mit den fünf häufigsten Fehlern, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren und Gelassenheit walten zu lassen.

Fehler #1: Du bist nur gelassen, wenn es in Deinen Terminkalender passt

Im Sommerloch bei geringer Auftragslage oder im Winter, wenn alle schon im Urlaub sind – Gelassenheit ist bei Dir immer möglich, wenn Du wenig zu tun hast. Dabei bräuchtest Du eine entspannte Haltung eigentlich dann, wenn der Stress zuschlägt. Nur so kannst Du verhindern, in die Überlastung zu kommen und Folgen wie schlechtes Arbeitsklima, angeschlagene Gesundheit oder fehlende Motivation abwenden.

In der Ruhe liegt die Kraft – vielleicht kennst Du das Sprichwort. Und da ist wirklich was dran: Versuch mal Gelassenheit zu praktizieren, wenn gerade besonders viel los ist. Wie das funktioniert, damit beschäftigen wir uns noch in den kommenden Folgen

Fehler #2: Nur im Ausgleich findest Du Gelassenheit

Ausgleich sind für mich Dinge, die wir tun, um den Arbeitsstress zu verdrängen. Zum Beispiel

  • Sport: Sich körperlich auspowern, joggen, Fitnessstudio oder Sportkurse besuchen.
  • Achtsamkeit: Meditieren, Tai Chi oder Qi Gong praktizieren, Stille finden.
  • Feiern: Work hard, party hard – Ausgelassenheit gegen Arbeitsstress.

Dieser Ausgleich – egal ob Sport, Achtsamkeit oder Feiern – ist total wichtig. Es ist wichtig, sich in einer Welt außerhalb des Jobs zu bewegen. Aber wenn Du immer nur ausgleichst, wirst Du den Stress im Job nicht beseitigen.

Schau doch mal was Du in Deinem Job, in Deinem Team, in Deiner Rolle tun kannst, um Belastungen zu reduzieren. Genau darum geht es ja in diesem Podcast und auch in den Übungen, die wir gemeinsam machen.

Fehler #3: Du hast sehr hohe Erwartungen an Gelassenheit im Job

Vielleicht bist Du mit mir einer Meinung, dass Gelassenheit im Job wichtig ist, um langfristig produktiv, zufrieden und gesund zu arbeiten. Und jetzt willst Du das natürlich in Deinem Berufsalltag umsetzen: am besten vollständig gelassen, am liebsten morgen. Aber irgendwie spielt keiner mit:

  • Dein Kollege ist immer noch ein menschenverachtender Chauvi.
  • Das Projekt muss immer noch bis Freitag fertig werden.
  • Dein Chef verlangt immer noch von Dir, dass Du den Urlaub verschiebst.

Bleib da gelassen! Entspannt-produktives Arbeit ist in unserer heutigen Arbeitswelt ein wirklich hehres Ziel. Solche Ziele brauchen Zeit, Commitment und Unterstützung von anderen. Statt Dich zu überfordern und morgen 100 Prozent Gelassenheit von Dir zu fordern, kannst Du kleinere Schritte gehen, die einfacher umzusetzen sind. Wenn Du Lust hast, diese kleinen Schritte mal zu definieren, hilft Dir die Gelassenheitstreppe in der Toolbox.

Fehler #4: Du gibst zu schnell auf

Hohe Erwartungen gehen oft Hand in Hand mit wenig Geduld – und das ist eine explosive Mischung. Dabei ist nicht die Größe des Ziels für Gelassenheit im Job entscheidend, sondern das Umsetzen und Dranbleiben. Das ist wie beim Sport oder bei einer Diät: Am Anfang können wir uns leicht begeistern und es macht Spaß, den Trott zu verlassen und neue Wege auszuprobieren. Es kommen auch schnell die ersten Erfolge. Doch irgendwann kommen die Erfolge dann nicht mehr so schnell, es stagniert eine Weile oder man muss sogar Rückschläge einstecken.

Es geht um Ausdauer: darum, dranzubleiben, auch wenn etwas nicht gleich funktioniert.

Hier geht’s also um Ausdauer: darum, dranzubleiben, auch wenn etwas nicht gleich (ganz) funktioniert. Und beharrlich zu sein: immer wieder auf Kollegen und Vorgesetzte zuzugehen. Dabei die Überzeugung beizubehalten, dass Du etwas Wichtiges für Dich und für Deine Kollegen erreichen willst. Das geht gut, wenn Du Dich auch für kleine Erfolge wertschätzen kannst, und bei Misserfolgen nicht gleich alles in die Ecke wirfst.

Fehler #5: Du machst alles mit Dir selbst aus

Wenn Du alles mit Dir selbst aus machst, ist es wirklich schwer, mehr Gelassenheit im Job zu finden. Und dann verstehe ich auch, dass Du schnell aufgibst.

Vor einiger Zeit hab ich hier im Blog geschrieben: niemand ist eine Insel (ein Zitat von John Donne). Im Job gilt das ganz besonders. Was Du dort an Gelassenheit für Dich selbst willst, hat immer auch Auswirkungen auf andere, mit denen Du zusammenarbeitest. Und deswegen geht es auch nicht ohne die anderen.

Außerdem kannst Du so ein Mammutprojekt wie Gelassenheit im Job – gedanklich und emotional – nicht mit Dir selbst ausmachen. Es ist total wichtig, andere Sichtweisen zu hören und mit Menschen zu sprechen, die Deine eigene Sichtweise relativieren. Such’ Dir also Unterstützung:

  • Im Berufsumfeld: Nimm andere mit! Gemeinsam seid Ihr stärker, wenn Ihr Eure Interessen durchsetzen wollt.
  • Außerhalb des Jobs: Mit engen Vertrauten, Freunden oder durch professionelle Unterstützung wie ein Coaching.

Gelassenheit im Job: Kennst Du Deine Fehler?

Das sind sie also: die fünf häufigsten Fehler, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren und Gelassenheit walten zu lassen. Ich teile diese Fehler mit Dir, weil ich hoffe, dass es Dir dabei hilft, sie selbst zu vermeiden. Um Dir dabei zu helfen, habe ich ein Arbeitsblatt entworfen, auf dem Du Dein eigenes Gelassenheitsziel formulieren und auf die fünf oben genannten Fehlerbereiche prüfen kannst. Wie gewohnt findest Du dieses Arbeitsblatt in der kostenfreien Gelassenheits-Toolbox.

Und jetzt interessiert mich: Welche dieser fünf Fehler kennst Du? Was passiert Dir immer wieder? Und was willst Du gerne verändern?