In der heutigen Folge möchte ich mit Dir über das Thema sprechen, das mich überhaupt dazu bewogen hat, Dich bei Achtsamkeit und Stressmanagement im Job zu unterstützen. Mein erster Vortrag lief damals unter genau diesem Titel: „Arbeitsglück“. Heute würde ich sagen, es geht um Deine Zufriedenheit im Job.

Es gibt viele Wege, mehr Zufriedenheit im Job zu entwickeln. Einige Herangehensweisen und Werkzeuge hast Du ja in den vergangenen Folgen und in der Gelassenheits-Toolbox schon kennengelernt. Heute möchte ich nochmal einen Schritt zurücktreten und über die Grundhaltung der Suche nach Zufriedenheit im Job sprechen. Dazu schauen wir uns an, wo wir die in der Regel nach dem Glück suchen – und wo wir es wirklich finden können.

Dem Glück auf der Spur: So klappt’s wirklich mit der Zufriedenheit im Job [GG#25] Signature Bild

Das Glück in der Ferne

Oft machen wir unser Glück von externen Faktoren abhängig:

  • Wenn der Chef uns vor versammelter Mannschaft lobt, sind wir glücklich (manche sind dann auch beschämt, aber die meisten freuen sich wohl darüber).
  • Wenn wir ein schwieriges Problem gelöst oder eine schwierige Aufgabe bewältigt haben, dann sind wir zufrieden.

In solchen Momenten erleben wir Glück, ein Gefühl des Angekommensein; da wir sind mit uns verbunden, fühlen uns kraftvoll. Im Außen geschieht etwas – und macht uns zufrieden.

Auch oft suchen wir unser Glück in der Zukunft. Oder wir sind davon überzeugt, dass wir glücklich sein werden, wenn was Bestimmtes eintritt:

Wir machen unsere Zufriedenheit im Job also von Dingen anhängig, die nicht in diesem Moment passieren, sondern von denen wir hoffen, dass sie in der Zukunft passieren.

Zufriedenheit im Job – hier und jetzt?

Jetzt gibt es aber eine große Herausforderung: Wir leben im Hier und Jetzt. Und auch hier und jetzt fühlen wir uns mies, wenn es im Job nicht rund läuft, wenn wir mit anderen aneinandergeraten, wenn die Arbeit uns nicht ausfüllt oder wenn wir mit Erwartungen zu kämpfen haben, die wir nicht erfüllen können.

In solchen Situationen passiert nun etwas ganz Erstaunliches: Wir versuchen gar nicht, unser Glück im Hier und Jetzt zu realisieren, sondern wir schieben es nach außen oder in die Zukunft. Wir machen es von Belohnungen abhängig oder träumen davon, dass bald alles anders, besser, durchgestanden sein wird.

Wir versuchen gar nicht, unser Glück im Hier und Jetzt zu realisieren, sondern wir schieben es nach außen oder in die Zukunft.

Einerseits ist es toll, wenn Du Hoffnungen hast, positiv in die Zukunft schaust und Dir sicher bist: da wird es wird es Dir gut gehen. Oder auch wenn Du genau weißt, was Du jetzt von außerhalb brauchst, um zufriedener zu sein (ein Lob vom Chef, eine Gehaltserhöhung). Aber oft haben wir auf diese Dinge, auf das Außen und auf die Zukunft eben keinen Zugriff. Darüber haben wir keine Kontrolle. Die können wir hier und jetzt nicht beeinflussen.

(Vielleicht geht es im Kleinen: Sicher kannst Du Dir ein leckeres Eis gönnen, das die Stimmung für zehn Minuten hebt. Aber ernstzunehmende Probleme im Job sind mit einer einfachen Belohnung nicht aus dem Kopf oder aus dem Arbeitsalltag verschwunden, sondern sie tauchen wieder auf, wenn Du mit dem Eis fertig bist und an die Arbeit zurückgehst.)

Wir machen uns also von Dingen abhängig, die wir selbst nicht der Hand haben. Dabei gibt’s auch einiges, was wir wirklich steuern könnten. Und das findest Du eben nicht im Außen und auch nicht in der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt. Du findest es in dem Moment, in dem Du Stress und Unzufriedenheit erlebst. Hier, jetzt, an Deinem Arbeitsplatz, mit den Kollegen, die da sind, mit der Arbeit, zu erledigen ist.

Reinhorchen und Grundgefühle erspüren

In diesem Hier und Jetzt kannst Du vor allem eins tun, um mehr Zufriedenheit im Job zu entwickeln. Und das kann wirklich jeder tun. Dafür brauchst Du auch nichts Besonderes; nur Dich selbst und Deine Aufmerksamkeit. Die Aufgabe klingt simpel: Hör’ Dir selbst zu.

Mit Zuhören meine ich nicht, den Stimmen im Kopf zuzuhören, die Dir sagen, Du bräuchtest jetzt ein Eis oder eine Kippe (oder einen Urlaub oder einen anderen Chef oder einen neuen Job), um zufrieden zu sein. Sondern mit Zuhören meine ich: richtig Hinhören, in Dich reinhorchen, reinfühlen in den Moment – auch in einem stressigen Moment, der Dich nervt und Dich stört und aus dem Du am liebsten verschwinden würdest. Und lass’ zu, was da an Gefühlen in Dir oder aus Dir entsteht:

  • Vielleicht Trauer über verpasste Gelegenheiten oder darüber, dass Du nicht gesehen wirst.
  • Vielleicht Angst, etwas nicht richtig zu machen oder nicht gut genug zu sein.
  • Vielleicht Wut oder Ärger darüber, wie andere mit Dir umgehen – oder über Dich selbst und darüber, wie Du mit anderen umgehst.

Versuch diese Gefühle einfach mal wahrzunehmen, gar nicht zu begründen, wegdrücken oder irgendwie verändern wollen; sondern nur anschauen, nur hinfühlen. Das ist nämlich genau das, was im Hier und Jetzt für Deine Zufriedenheit im Job verantwortlich ist.

Badezeit im Gefühlssee

Wir sind jetzt wirklich ganz tief, fast auf dem Grund Deines „Gefühlssees“ angekommen. Und hier kannst Du jetzt, im nächsten Schritt, anfangen an Deiner Zufriedenheit im Job zu arbeiten. Es sind oft ganz persönliche Erlebnisse, aus der eigenen Erfahrungswelt, aus der persönlichen Geschichte, die in Situationen im Berufsleben wieder auftauchen und den Alltag für uns so schwer machen. Eher selten sind es die Dinge im Außen (die Kollegen, die Arbeitslast), die den Stress erzeugen.

Es sind oft ganz persönliche Erlebnisse, die in herausfordernden Situationen im Job wieder auftauchen und uns die Bewältigung so schwer machen.

Mit dieser ersten Reise zum Kern Deiner Gefühle, zu dem, was hinter Deinem Stresserleben steckt, möchte ich diese Podcast-Folge gerne abschließen. Wenn Du magst, nimmst Du Dir im Anschluss ein paar Minuten Zeit, nochmal in Dich zu gehen, nachzuspüren, was sich da gerade finden lässt – wie gesagt: ohne groß zu bewerten, ohne groß zu interpretieren oder Zusammenhänge herzustellen – einfach mal schauen, was Du entdeckst. Denn diese Dinge kennenzulernen, Dich kennenzulernen, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Zufriedenheit im Job und im Leben.

Ich wünsche Dir eine gute Reise zu Dir selbst!

P. S.: Sharing is caring :)

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