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Manchmal ist „morgens“ ganz schön schwierig, oder? Der Wecker klingelt besonders aggressiv, außerhalb der Decke ist es frostig kalt und wenn Du Dich endlich aus dem Bett quälst, fühlt sich alles falsch an. Du kommmst nicht richtig in die Gänge und auf dem Weg zur Arbeit spürst Du die Unlust in jedem Knochen.

Wenn Dir das öfter so geht und Du Dich damit unwohl fühlst, habe ich einen Plan: Du brauchst ein Morgenritual! Ich schlage vor, den Tag nicht so leidend über sich hereinbrechen zu lassen, sondern selbst mit kleinen Aktionen dafür zu sorgen, dass schon der Morgen gut wird. Und vor allem: dass Du Dich auf den vor Dir liegenden Tag freuen kannst.

Drei solcher Aktionen stelle ich Dir gleich vor. Gerne kannst Du Dir auch Dein eigenes Morgenritual ausdenken. Dazu später mehr. Jetzt erstmal meine drei Anregungen für Dich, um gelassen in den Tag zu starten.

So hilft Dir ein Morgenritual, gelassen in den Tag zu starten [GG#18] Signature Bild

Anregung #1 für Dein Morgenritual: Kickstart (Wachmachimpuls)

Nichts ist ätzender, als sich morgens im Bett fünf Mal rumzudrehen und den Wecker immer wieder auf snooze zu stellen. Wahrscheinlich kennst Du das: aus den „nur noch fünf Minuten“ werden dann schnell zehn oder zwanzig – und einfacher wird das mit dem Aufstehen auch nicht. Wenn es nicht klappt, noch liegenzubleiben, um besser rauszukommen, was könnte dann eine Lösung sein?

Nicht den Weg in den beginnenden Tag verzögern – Du kannst ihn ja sowieso nicht aufhalten!

Genau! Direkt rausspringen – das meine ich mit Kickstart. Nicht den Weg in den beginnenden Tag verzögern – Du kannst ihn ja sowieso nicht aufhalten – sondern los, rein ins Vergnügen! :) Und vielleicht liegt genau hier das Problem: dass Du denkst, dass Dich an dem Tag kein Vergnügen erwartet?! Da kannst Du Dich ganz gut austricksen, indem Du morgens nach dem Aufstehen zu allererst etwas machst, das Dir Spaß macht. Zum Beispiel

  • ein leckeres Müsli zubereiten
  • eine Tasse Kaffee oder Tee genießen
  • mit dem Hund gehen und frische Luft tanken
  • vielleicht Deine neuen Klamotten anziehen
  • Dich schön machen
  • die Stille genießen, die früh morgens noch da ist

Du findest einfach Dein Ding, das Dir Spaß macht und Dir hilft, schnell aus dem Bett zu kommen. Für mich ist das Meditation – und das ist auch mein zweiter Tipp für einen gelassenen Start in den Tag.

Anregung #2 für Dein Morgenritual: Meditation

Ich nehme mir morgens nach dem Aufstehen gerne nochmal kurz Zeit, um im Tag anzukommen. Dazu setze ich mich hin – nicht im Bett, sondern auf dem Boden oder auf dem Sofa –, schließe die Augen und genieße die Stille des beginnenden Tags. Oft sind das nur fünf Minuten, aber ich habe den Eindruck, dass es eine große Wirkung auf die Stimmung hat, mit der ich in den Tag starte. Die ist dann gar nicht „mega positiv, super gut gelaunt, strahlend, lächelnd, vor Freude berstend“, sondern einfach offen und neugierig. Ich schaue dem Tag positiv entgegen statt die ganze Zeit darüber nachzudenken, warum ich ihn eigentlich nicht erleben will.

Dem Tag positiv entgegen schauen, statt die ganze Zeit darüber nachzudenken, warum Du ihn nicht erleben willst.

Meditation muss übrigens nichts Kompliziertes sein. Du musst Deine Beine nicht total verbiegen, Du kannst Dich auch einfach auf einen Stuhl setzen. Du musst auch die Augen nicht schließen, wobei das vielen am Anfang leichter fällt. Es geht einfach nur darum, Dich ein paar Minuten nicht um etwas zu kümmern, Dich nicht nach jemandem zu richten, keine Pläne für den Tag zu schmieden und keine Ängste vor dem, was Da kommt, durchzukauen. Sondern mal ganz bei Dir, bei Deinem Körper und in der Ruhe zu sein. Probier’ es einfach mal aus!

Anregung #3 für Dein Morgenritual: Ausrichtungen

Ausrichtungen sind ein Konzept, das ich bei meiner Kollegin Ulrike Bergmann kennengelernt habe. Dabei handelt es sich um eine Art Mantra oder Affirmation für den Tag. Ein Satz, den ich mir morgens sage, den ich über den Tag verteilt immer mal wieder denke, oder den ich auch aufschreiben und mit mir herumtragen kann.

Dieser Satz ist kein „Plan“ für Zukunft – also ich sage mir nicht: Heute will/werde ich dieses oder jenes erreichen –, sondern als Ausrichtung formulierst Du schon das Ergebnis, als ob es da wäre – zum Beispiel: „Ich habe Spaß an meiner Arbeit und erledige sie rechtzeitig.“ Kein „will“, kein „werde“, keine Pläne, bloß Ergebnis. Natürlich gilt auch hier, wie bei den Ziel-Übungen, die Du in anderen Podcast-Folgen kennengelernt hast, möglichst konkret zu sein und realistische Ausrichtungen zu setzen.

Dein persönliches Morgenritual

Das sind also die drei Dinge, die mir morgens helfen, gelassen in den Tag zu starten: Kickstart, Meditation und Ausrichtungen. Mithilfe des Arbeitsblatts zu dieser Folge (findest Du in der Gelassenheits-Toolbox), kannst Du Dir überlegen, welche Dinge Du morgens mit wenig Aufwand tun kannst, um den Start in Deinen Tag zu optimieren.

Abschließend möchte ich noch darauf eingehen, warum das nun ritualisiert stattfinden soll. Was ist ein Ritual eigentlich? Rituale kennst Du vielleicht aus Deiner Familie oder, wenn Du religiös bist, aus Deinem Glauben; Rituale sind Dinge, die immer gleich ablaufen und die wir regelmäßig tun. Rituale geben uns im Alltag Struktur und Orientierung (was für uns Menschen total wichtig ist).

Einerseits wirst Du Rituale kennen, an denen Du teilnimmst, die Du aber nicht selbst geschaffen hast (beispielsweise der Besuch des Gottesdienstes, oder das sonntägliche Familienessen). Andererseits kannst Du Dir aber auch selbst Rituale schaffen, die Dir Struktur, Orientierung und Halt geben. Das ist sehr wertvoll, gerade wenn Du nicht hundertprozentig in Dir ruhst, wenn Du Stress erlebst und eher unzufrieden bist.

Wenn Du Dir Dein eigenes Morgenritual schaffst, dann denk’ bitte an drei Dinge:

  • Mach’s einfach: Beschränke Dich auf wenige Dinge, die nicht zu lange dauern, sodass Du sie morgens vor der Arbeit wirklich umsetzen kannst.
  • Mach’s immer gleich: Zum Beispiel Meditieren, Hund ausführen, Kaffee genießen – immer in den gleichen Reihenfolge und ohne etwas auszulassen. Dadurch wird Dein Morgenritual leichter zur Gewohnheit.
  • Mach’s regelmäßig: Jeden Tag vor der Arbeit oder jeden Montag zum Start der Arbeitswoche. Bleib’ dran, auch wenn es mal schwer fällt. Wenn es länger nicht klappt, pass’ Dein Morgenritual lieber an, statt es ganz fallen zu lassen.

Was könnte zum Teil Deines Morgenrituals werden? Schnapp Dir das Arbeitsblatt in der Gelassenheits-Toolbox und teile Deine Ideen gerne in den Kommentaren! :)

P. S.: Sharing is caring :)

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