Hast Du Dich schon mal bei einem Kollegen bedankt, weil er Dir geholfen oder Dich entlastet hat, und dann kam zurück: „Keine Ursache“? Oder jemand hat sich bei Dir für Deine Hilfe bedankt und Du antwortest – wie automatisch – „Da nicht für“? Genau darum geht es heute: um unseren Umgang mit Dank.

Ich möchte mit Dir diskutieren, warum Dank und Wertschätzung – gerade im beruflichen Umfeld – oft auf taube Ohren stoßen und was Du tun kannst, um Dank wirklich wertschätzend auszusprechen und anzunehmen.

Nichts zu danken … Warum Wertschätzung auf Widerstand trifft [GG#20] Signature Bild

Nichts zu danken … Warum eigentlich?

„Nichts zu danken“ oder „Keine Ursache“ heißt in etwa: „Du bist mir gar nichts schuldig“. „Da nicht für!“ bedeutet „Dank ist grundsätzlich okay, aber Dein Dank jetzt gerade, der ist fehl am Platz“. Mit solchen Floskeln vernichten wir die Wertschätzung, die uns entgegengebracht wird. Aber warum eigentlich? Dazu habe ich zwei Thesen:

These #1: Nichts zu danken … aus Verlegenheit

Wenn uns jemand Dankbarkeit entgegenbringt, ist das etwas Emotionales, es wird ein Gefühl zum Ausdruck gebracht. Und Gefühle zu zeigen, das gehört im Berufsleben nicht wirklich zur Tagesordnung. Dort zählen Leistung, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Widerstandskraft; aber Gefühle eher nicht.

Wir wissen also einfach nicht, wie wir mit dem Dank umgehen sollen. Und da steckt – oh Wunder! – eine Angst dahinter: die Angst davor, zu viel Gefühl zu zeigen, zu viel von sich preiszugeben, zu viel Echtes, Nahes und Ehrliches zuzulassen.

These #2: Nichts zu danken … aus fehlender Selbstwertschätzung

Oft schätzen wir die Hilfe, die wir geleistet haben, als selbstverständlich ein. Das liegt daran, dass wir anderen Menschen meistens mit Dingen helfen, die wir selbst gut können. Uns Hilfeleistenden geht das leicht von der Hand und wir vergessen darüber, dass unsere Hilfestellung für den anderen eine große Erleichterung darstellen kann.

Wir versetzen uns viel zu selten in andere Menschen hinein. Und unsere eigenen Fähigkeiten wertschätzen wir oft gar nicht.

Gern geschehen! So kommst Du da raus

Aus diesen beiden Thesen leitet sich schon ab, was Du tun kannst, um Dank wirklich wertschätzend auszusprechen und auch anzunehmen. Alles beginnt (mal wieder) bei Dir und bei Deiner Selbstwertschätzung. Wenn sich das nächste Mal jemand bei Dir bedankt, dann schieß’ nicht gleich Deine automatische Antwort raus: „Kein Problem!“ oder „Nichts zu danken!“ Sondern halte einen Moment inne und lass den Dank wirklich bei Dir ankommen. Spüre nach, wie Du mit Deiner Hilfe den anderen unterstützt hast.

Anstelle der flotten Floskel kannst Dich über den Dank einfach freuen und nicken und lächeln. (Vom Lächeln stirbt man übrigens nicht und ein Lächeln gibt auch nicht Dein Innerstes preis!) Wenn Du doch irgendwie antworten willst, dann versuch’ es doch mal mit einem einfachen „Gern geschehen!”, „Hab ich gerne gemacht!“ oder „Gerne!“ – das setzt natürlich voraus, dass Du das auch so siehst und fühlst und dass Du Dich für Deine Hilfestellung selbst wertschätzen kannst.

Ich wünsche Dir viel Spaß, damit in Deiner Arbeitswoche mal zu experimentieren. Wenn Du Lust hast, lass mich in den Kommentaren wissen, wie es läuft! :) Wie hast Du Dich in den letzten Tagen gefühlt, wenn sich jemand bei Dir bedankt hat? Wie hast Du auf den Dank reagiert? Und hast Du einen besonders blöden Spruch entdeckt, mit dem jemand in Deinem Umfeld Dank zunichte gemacht hat?

P. S.: Sharing is caring :)

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