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Heute möchte ich auf eine Frage eingehen, die ich per E-Mail erhalten habe. Ein Podcast-Hörer erzählte von einer sehr belastenden Situation im Job und stellte am Ende die Frage: „… oder bin ich reif für die Klapse?“

Wenn der Stress überhand nimmt, wenn Du Dich unmotiviert fühlst, lustlos bist oder sogar ständig müde, wenn Du schlecht schläfst und Dich insgesamt unwohl fühlst, dann kommt vielleicht der Gedanke auf: „Was kann ich unternehmen?“ Viele denken dann an Psychotherapie. Viele haben Vorurteile. Höchste Zeit, damit mal aufzuräumen! ;)

Reif für die Klapse? Mit Psychotherapie und Coaching gegen den Stress [GG#14] Signature Bild

Reif für die Klapse? Das Angstbild Psychiatrie

Viele Menschen, die noch nie mit Psychotherapie in Berührung gekommen sind, haben ein wirklich schräges Bild davon, was das ist und was da passiert. So entsteht zum Beispiel schnell folgendes Angstbild:

  • Ich irre im Nachthemd in einem Heim herum.
  • Ich werde gezwungen, Medikamente zu nehmen.
  • Ich bin apathisch, nehme nicht richtig am Leben teil.
  • Ich komme hier nicht raus, bin gegen meinen Willen gefangen.

Das sind Bilder, die Fernsehfilme und -serien bei uns erzeugt haben, die aber zum großen Teil nichts mit Psychotherapie zu tun haben. Natürlich gibt es geschlossene Psychiatrien für Menschen, die sich nicht mehr selbst steuern können – das ist bei unserem Thema, bei Stress und Burn-out, bei Belastungssituationen im Job, aber eher selten der Fall. In der Psychiatrie geht es um wirklich krasse psychische Störungen, bei denen erstmal sichergestellt werden muss, dass die Patienten keine Gefahr für sich und für andere darstellen. Auch ist es in der Psychiatrie oft so, dass Gespräche nicht mehr ausreichen, um zu den Patienten vorzudringen; so muss mit anderen therapeutischen Maßnahmen, unter anderem mit Medikamenten unterstützt werden.

Reif für die Couch? Das Angstbild Psychoanalyse

Ein anderes Vorurteil, das sich hartnäckig hält, ist das der Couch. Denk an Sigmund Freud und damit an die sogenannte Psychoanalyse. Das Angstbild hier ist:

  • Ich muss einen Seelen-Striptease hinlegen.
  • Ich erzähle von meinen geheimsten Wünsche und Fantasien.
  • Ich liege auf einer Couch, während ein Therapeut mich in Frage stellt.

Von Sigmund Freud bis heute hat sich auch die Psychoanalyse weiterentwickelt. Dabei sitzt oder liegt man als Patient tatsächlich oft auf einer Couch und lässt die eigenen Gedanken fließen, während der Therapeut oder die Therapeutin dahinter sitzt und kurze Anstöße gibt, um den Redefluss anzuregen und zu bestimmten tiefer liegenden Themen vorzudringen.

Psychoanalyse ist auch eine stark biografische Arbeit, das heißt man geht zurück in der eigenen Lebensgeschichte und schaut sich beispielsweise an, welche traumatischen Erlebnisse es gab: Einschneidende Erfahrungen wie ein Todesfall in der Familie oder die Scheidung der Eltern, aber auch die kleinen Alltags-Traumata, die wir in der Kindheit und Jugend alle erleben und die natürlich Auswirkungen auf unser Sein und Werden haben.

Psychoanalyse ist zwar auch Therapie, aber vor allem eben Analyse: es geht darum, dass Du Deine eigene Geschichte und Dein Gewachsensein verstehst. Bis das heilsam wirken kann, ist es oft ein langer Weg – eine Psychoanalyse kann 3–5 Jahre dauern und ist eine wirklich intensive Arbeit an den eigenen Grundfesten.

Psychotherapie heute: am Beispiel der kognitiven Verhaltenstherapie

Wie kann nun eine Psychotherapie aussehen, die kein Angstbild erzeugt, sondern die Dir in Deinem Fall hilft, wenn Du Dich vom Job oder vom Leben überlastet und überfordert fühlst. Es gibt sehr viele verschiedene Therapieansätze – das würde den Rahmen hier sprengen. Daher stelle ich Dir im Folgenden beispielhaft eine Richtung vor, die ich selbst kenne – sowohl als Klient als auch von KollegInnen, die in dem Bereich arbeiten: die kognitive Verhaltenstherapie.

In der kognitiven Verhaltenstherapie sitzt Du einer Therapeutin oder einem Therapeuten gegenüber, ihr schaut Euch an und entwickelt im gemeinsamen Gespräch Dein Thema. Dort kannst Du zum Beispiel

  • herausfinden, warum die Arbeit für Dich gerade so schwer ist, wie Du sie erlebst, und
  • Ansätze entwickeln, anders mit Belastungen im Job umzugehen.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist aber keine reine Lebenshilfe oder Beratung, wenn es Dir im Grunde genommen gut geht. Psychotherapie im Allgemeinen ist eine Heilbehandlung. Um eine solche Heilbehandlung zu begründen, muss ein Krankheitsbild vorliegen. Das können zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen sein. Burnout ist nach offiziellen Definitionen kein solches Krankheitsbild. Allerdings gibt es zwischen Burn-out und Depressionen große Überschneidungen, weshalb in der Psychotherapie auch schwerwiegende jobbedingte Stresserfahrungen verarbeitet werden.

Grundsätzlich gilt: Um eine Psychotherapie zu starten, hast Du die Symptome eines Krankheitsbildes, also beispielsweise die Symptome einer Depression. Und nicht jeder, der unzufrieden mit seinem Job ist, oder sich über- oder unterfordert fühlt, hat Depressionen.

Eine moderne Alternative: Lösungsorientiertes Coaching

Und hier kommt Coaching ins Spiel. Coaching möchte ich Dir gerne als Alternative vorstellen, wenn Du Dich fragst, was Du gegen Stress im Job tun kannst oder wenn Du Dir – wie mein Hörer – sogar die Frage stellt, ob Du reif für die Klapse bist… aber ich glaube das haben wir vom Tisch, oder?! ;)

Coaching ist Unterstützung für Deine Entwicklung. In einem Coaching geht es nicht darum, dass ich Dir Tipps oder Ratschläge gebe, mit denen Du Situationen auf der Arbeit besser meisterst. Es geht vielmehr darum, dass Du selbst herausfindest, was Dir Schwierigkeiten bereitet und wie Du es mit Deinen Kräften lösen kannst. Deshalb ist Coaching auch sehr nachhaltig: schließlich findest Du Strategien, die Du anschließend eigenständig umsetzen kannst.

Coaching ist nachhaltig, weil Du Strategien entwickelst, die Du anschließend eigenständig umsetzen kannst.

Ein Coaching findet in der Regel als Gespräch statt (ähnlich wie in der kognitiven Verhaltenstherapie). Wir sitzen uns gegenüber und sprechen miteinander. Oder in meinem Fall, da ich überwiegend online arbeite: wir skypen miteinander, wir sehen und hören uns und sprechen über Deine berufliche Situation. Ein solches Gespräch ist keine Unterhaltung, wie Du sie mit Freunden führen würdest, sondern es handelt sich um ein strukturiertes, lösungsorientiertes Gespräch, bei dem ich Dich mit Fragen und Übungen unterstütze:

  • Wir schauen uns an, wo Deine Schwierigkeiten im Moment liegen.
  • Du findest ein Ziel, das Du gerne erreichen möchtest.
  • Wir entwickeln die einzelnen Schritte dahin.

Das ist eine ganz tolle und fruchtbare Arbeit, die mich sehr erfüllt; wenn Du hierzu noch Fragen hast oder den Ablauf eines Coachings besser kennenlernen willst, vereinbare gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir.

Anders als Psychotherapie geht es beim Coaching übrigens nicht im Krankheitsbilder. Manche sagen vereinfacht, Coaching richte sich an gesunde Menschen. Von dieser Formulierung nehme ich mittlerweile Abstand, weil es für mich reine Definitionssache ist, was ist eigentlich „gesund“ und was „krank“ bedeutet. Grundsätzlich kannst Du viele Kräfte für Deine Selbststeuerung entwickeln und dabei helfe ich Dir in einem Coaching gerne. Wichtig zu wissen ist, dass von Gesetzesseite Coaching keine Heilbehandlung darstellt (PsychThG oder HPrG). Wenn Du an einem Coaching teilnimmst, handelst Du in Eigenverantwortung.

Reif für die Klapse? Mit Psychotherapie und Coaching gegen den Stress

Zum Ende dieses Beitrags möchte ich noch einmal zurück zur Ausgangsfrage: Reif für die Klapse? Ich hoffe, das konnten wir heute klären: Reif für die Klapse sind wahrscheinlich die Wenigsten. Heute hast Du drei andere Arten von Unterstützungsangeboten kennengelernt, die Dir helfen können, auch wenn Du Stress im Job erlebst:

  • Psychoanalyse
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Lösungsorientiertes Coaching

In der Gelassenheits-Toolbox findest Du eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung der einzelnen Unterstützungsangebot. Ich hoffe, dieser Überblick hilft Dir dabei, besser zu verstehen, was Du gerade brauchst. Wenn Du hierbei Hilfe brauchst, melde Dich gerne bei mir.