Vielleicht kennst Du das: Du hast frei – ganz egal ob in einem ausgedehnten Urlaub, an einem schönen Wochenende oder bloß im Feierabend – und es gelingt Dir einfach nicht, die Arbeit loszulassen. Du schreibst berufliche E-Mails, bist für Kunden und Kollegen erreichbar oder denkst über Deine nächsten Aufgaben nach. So wirst Du weder den Menschen in Deinem Leben gerecht, noch gibst Du Dir die Chance, Deine Batterien wieder aufzuladen.

Es ist mir daher ein Herzensanliegen, dass Du in dieser Podcast-Folge entdeckst, warum es uns so schwer fällt, richtig abzuschalten, und wie es Dir trotzdem gelingt, in die Ruhe zu kommen. Dazu stelle ich Dir drei häufige Hindernisse auf dem Weg zur Entspannung vor und gebe Dir konkrete Tipps an die Hand, mit denen Du sie überwindest.

Richtig abschalten: Warum es uns so schwer fällt und wie es Dir trotzdem gelingt [GG#29] Signature Bild

Wir brauchen Aufgaben … und Entspannung

Wenn Du das hier liest oder mir schon länger folgst, ticken wir wahrscheinlich ähnlich: Wir engagieren uns gerne und wollen wirklich was bewegen. Wir wollen unsere Talente einsetzen und an unseren Aufgaben wachsen. Und es fällt uns wahnsinnig schwer, einfach nur die Seele baumeln zu lassen. ;) Eigentlich ist das ganz menschlich: Wir brauchen einen Sinn im Leben, eine Mission, für die wir brennen.

Für viele von uns sind das die Projekte und Aufgaben der Arbeit. Und die gehören nicht in die Freizeit! Doch die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen, das ist gar nicht so leicht. Wenn Du Freiberufler, Unternehmer oder Entscheider im Unternehmen bist, dann hast Du relativ viel Freiraum: Du sitzt nicht von 9 bis 17 Uhr an Deinem Schreibtisch. Und Dein Arbeitstag beginnt und endet vermutlich zu unterschiedlichen Zeiten.

Als UnternehmerIn sitzt Du nicht von 9 bis 17 Uhr im Büro am Schreibtisch. Du musst die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit bewusst ziehen.

Wenn Dir die festen Orte und gleichen Zeiten fehlen, ist es notwendig, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit bewusst zu ziehen. Das kannst Du tun, indem Du beispielsweise Deine Arbeit an einem anderen Ort erledigst als in der eigenen Wohnung. Oder, indem Du Zeiten schaffst (und im Kalender blockst), in denen Du auch mal zur Ruhe kommst.

Aber nicht nur Arbeitsaufgaben verhindern, dass wir richtig abschalten können, sondern auch Termine und Erledigungen in der Freizeit. Ich erinnere mich an eine meiner Klientinnen, die während ihrer Arbeitszeit Aufgaben sammelte, die sie im Urlaub erledigen wollte – und dann mit einer langen Liste in ihre freie Zeit startete. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ein Urlaub, in dem es nur darum geht, möglichst viel zu erledigen, nicht besonders entspannend ist. ;)

Notierst Du auch private Aufgaben auf einer Liste? Dann versuch’s mal andersherum und schreib alles auf, was Du in Deiner Freizeit nicht tun wirst.

Wenn Du ein Listentyp bist (wie ich), dann kann ich Dir sehr empfehlen, mal eine Not-to-do-Liste auszuprobieren. Auf der steht alles drauf, was Du in Deiner Freizeit nicht erledigen wirst. Zum Beispiel berufliche E-Mails beantworten oder kurz im Büro nach dem Rechten sehen … Wenn Du die Liste auf Papier führst, kannst Du sie auf den Frühstückstisch legen oder am Badezimmerspiegel anbringen, sodass Du sie jeden Morgen siehst und Dich an die verbotenen Aufgaben erinnerst.

(Im Podcast verrate ich Dir noch einen weiteren Tipp, mit dem ich meine Freizeit so plane, dass ich trotzdem richtig abschalten kann.)

Ja, wir brauchen Aufgaben und Beschäftigung. Schau jedoch genau hin, wie Du in Deiner Freizeit ein gutes Verhältnis zwischen Tätigsein und Entspannen findest.

Wir brauchen Vertrauen … und Abstand

Gibt es ein Projekt, für das Du aktuell verantwortlich bist? Vielleicht fragst Du Dich dann, ob Du es Dir überhaupt erlauben kannst, eine Woche lang (oder auch nur das Wochenende) nicht daran zu arbeiten. Wie sieht es aus mit Kunden? Können sie so lange auf eine Antwort von Dir warten bis Du wiederkommst, oder solltest Du nicht doch mal schnell in die E-Mails schauen?

Ich versichere Dir: Menschen können warten. Und als Dienstleister müssen wir unsere Kunden auch dazu erziehen. Das verstehe ich so: Wenn Du immer sofort auf E-Mails reagierst oder am Sonntag ans Telefon gehst, dann gewöhnen sich Deine Kunden daran und werden Dich weiterhin auch zu freien Zeiten stören bzw. Deine Antwort erwarten. Wenn Du aber klare Grenzen ziehst, Geschäftszeiten einführst oder im Urlaub nicht auf Anfragen reagierst, gewöhnen sie sich daran und warten bis Du wieder verfügbar bist.

Können Deine Kunden warten bis Du montags wieder erreichbar bist? Oder fühlst Du Dich unter Druck, auch am Wochenende zu reagieren?

Bei mir im Coaching erlebe ich das häufig als eine Frage der Konsequenz. Wie siehst Du das: Wenn einer Deiner Kunden das Wochenende nicht abwarten kann, sondern eine Antwort innerhalb von 12 Stunden erwartet – stellst Du Dir so eine entspannte und vertrauensvolle Zusammenarbeit vor? Nimm diese Frage mal mit und versuche dazu ein Gefühl oder sogar eine Position zu entwickeln.

(Im Podcast stelle ich Dir noch zwei weitere Hindernisse und Lösungsvorschläge vor: Vertrauen in andere und die entstressende Wirkung von Freizeit. Hör gerne mal rein!)

Die Arbeit kommt also auch mal ohne Dich klar. Ich wünsche Dir das dazu notwendige Vertrauen – in Dich und in andere.

Wir brauchen Informationen … und Gelassenheit

Ist es Dir wichtig, schnell zu sein? Vielleicht hast Du Dir über lange Zeit einen Vorteil erarbeitet und jetzt kommt die Angst, diesen Vorteil durch eine Ruhepause zu verlieren? Klar: Wenn wir in der Freizeit richtig abschalten, verpassen wir Informationen. Vielleicht geht Dir sogar ein Auftrag verloren. Oder Du kannst nicht an einer wichtigen Veranstaltung teilnehmen.

Eine Idee wäre es, in der Freizeit zumindest trotzdem E-Mails zu lesen, Aufträge anzunehmen oder eine Veranstaltung zu besuchen. Ich gebe zu: Hab ich auch schon gemacht. War natürlich kein guter Plan, weil ich dann nicht richtig abschalten konnte. Mittlerweile rufe ich mir in solchen Situationen einen beruhigenden Gedanken ins Gedächtnis: Jeder Mensch braucht Pausen. Jeder Mensch muss seine Batterien wieder aufladen.

Vielleicht hast Du jetzt gerade frei und ein Konkurrent kriegt einen Auftrag, der Dir entgeht. Und beim nächsten Mal hat Dein Konkurrent frei und Du bist derjenige, der den Auftrag kriegt. Es ist ein kleiner Gedankentrick: Früher oder später nimmt sich jeder eine Pause und so hat niemand einen Vorteil über den anderen. ;)

Es ist ein beruhigender Gedanke: Jeder Mensch braucht eine Pause. Wir alle müssen unsere Batterien irgendwann aufladen.

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich Dir übrigens sagen, dass es langfristig nicht funktioniert, auf Pausen zu verzichten. Am Ende holt sich Dein Körper sowieso, was er braucht. Und wenn Du Pech hast, geht dann gar nichts mehr. Das kannst Du ganz einfach vermeiden, indem Du regelmäßig für Pausen sorgst und richtig abschaltest.

(Im Podcast verrate ich Dir an dieser Stelle noch meine ganz persönliche Haltung zum Thema Kooperation statt Konkurrenz.)

Richtig abschalten: Warum es uns so schwer fällt und wie es Dir trotzdem gelingt

Gerade für uns engagierte Selbstständige, Unternehmer und Entscheider stellt es eine enorme Herausforderung dar, richtig abschalten zu können. Es ist jedoch wichtig, dass Du Dir die Zeit nimmst, um zur Ruhe zu kommen und Deine Batterien wieder aufzuladen.

In dieser Podcast-Folge hast Du erfahren, warum uns das so schwer fällt:

  • Wir brauchen Aufgaben und eine Mission, an der wir arbeiten.
  • Uns fehlt oft das Vertrauen, dass Auszeiten okay sind.
  • Wir haben mitunter Angst davor, etwas zu verpassen.

Für jedes dieses Hindernisse habe ich Dir heute Tipps und Lösungsvorschläge mitgegeben, die Du in Deinem Arbeitsalltag ausprobieren kannst. Nimm Dir etwas Zeit und experimentiere damit. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg!

Wenn Du Lust hast, teile Deine Erfahrungen zum Thema gerne in den Kommentaren:

Wovon kannst Du im Urlaub/Wochenende/ Feierabend die Finger nicht lassen? Und was hält Dich davon ab, so richtig abzuschalten?