Jammerfilter herunterladen

* Alle AbonnentInnen finden den „Jammerfilter“ unter ihrem persönlichen Toolbox-Link.

Jammern können wir Deutschen angeblich besonders gut. Jammern kann man über vieles: über das Wetter, die Politik, die Nachbarn … Und besonders schön jammern lässt es sich über die Arbeit: über die faulen Kollegen, den anstrengenden Chef, die nervigen Kunden oder die langweiligen Aufgaben.

Heute möchte ich mit Dir hinschauen,

  • wann es sich gut jammert, also wobei Jammern hilft,
  • wann besser Schluss mit dem Jammern sein sollte und
  • was Du anstelle des Jammerns tun kannst.

Schluss mit dem Jammern! Was Du stattdessen tun kannst, um Frust loszuwerden [GG#17] Signature Bild

Jammern mit Sinn und Zweck

Wenn wir jammern, lassen wir etwas raus, das uns nervt. Danach fühlt man sich zwar nicht unbedingt besser, aber hat sich zumindest Luft verschafft. Einmal den ganzen Frust rauslassen – aus dem Kopf, wo sich die Gedanken drehen, und aus dem Körper, der angestrengt und angespannt ist, und Dinge, die Dich stören, auch mal laut aussprechen. Das passiert beim Jammern.

Dabei finden wir auch Gleichgesinnte, die mitmachen, sodass wir damit nicht alleine jammern müssen. Hier stoßen wir auf offene Ohren, wir können andocken und werden in unserer Meinung vielleicht sogar bestätigt.

Achtung: Jammerspirale!

Abgesehen von seinen wichtigen Funktionen als Druckventil und als Hafen zum Andocken, hat das Jammern einen entscheidenden Nachteil: Wenn wir einmal damit anfangen, kommen wir so schnell nicht mehr aus dem Jammern raus:

Du hast gerade viel zu tun und keiner hilft Dir so richtig dabei: Die Kollegen trinken ja eh die ganze Zeit nur Kaffee. Und Deine Chefin interessiert es nicht, die denkt nur an sich. Irgendwie macht der Job auch schon lange keinen Spaß mehr – ach, wenn Du doch bloß nicht arbeiten müsstest!

Was hier entsteht ist eine Art Jammerspirale: Es beginnt relativ harmlos mit einem Stoßseufzer, mit dem Du Dir Luft verschaffst; und dann gerätst Du immer mehr in den „Jammermodus“. Verstärkt wird der noch, wenn jemand mitjammert. Dabei muss sich der andere gar nicht zwangsläufig über die gleichen Dinge beklagen – Hauptsache da ist jemand, der sich beteiligt. Das verstärkt das Jammern wie von selbst.

  • Miriam: „Da hat der sich schon wieder krankgemeldet – und ich muss alles alleine machen!“
  • Susanne: „Ja, wir haben auch gerade so viel Arbeit, ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht!“
  • Miriam: „Rooar, die neue Chefin, die hat auch überhaupt keinen Durchblick, was hier bei uns eigentlich abgeht!“
  • Susanne: „Wenn die Arbeit doch nur interessant wäre! Ich hab’ manchmal das Gefühl, ich nicke gleich über der Tastatur ein.“

In diesem Beispiel gehen Miriam und Susanne überhaupt nicht aufeinander ein. Es folgt bloß ein Jammersatz dem nächsten. Und das kann ewig so weitergehen … Irgendwann sagt Miriam dann: „So, ich muss dann jetzt auch weiter machen“. Die beiden gehen auseinander – und Du kannst Du Dir vorstellen, dass die Stimmung nicht unbedingt besser sein wird. Obwohl sie sich ja erleichtert haben und obwohl da jemand war, der mit eingestimmt hat, werden Miriam und Suanne vermutlich nicht hochmotiviert an ihre Arbeit zurückgehen.

Dampf abzulassen und auch mal Bestätigung zu kriegen ist durchaus wichtig. Bleibt aber die Frage: Wie kannst Du das bekommen, ohne zu jammern?

Wertschätzen statt Wehklagen

Jammern passt sehr gut in unsere Gewohnheit, viel öfter an negative Dinge zu denken als an positive. Wie oft sagen oder hören wir, was fehlt, was schief läuft, was auch schon mal besser war … Um gegen diese Gewohnheit anzugehen, habe ich ein kleines Experiment mit Dir vor:

Wenn Du in der nächsten Woche über Deine Arbeit nachdenkst oder wenn Du Dich mit einem Freund oder einer Kollegin darüber unterhältst, sprich mal nur von positiven Dingen. :)

Das heißt nicht, dass es keine negativen Aspekte in Deinem Berufsalltag gibt, oder dass Du sie verdrängen sollst. Ganz im Gegenteil: Es wichtig, auch offen und ehrlich mit Missständen umzugehen … In diesem Experiment geht es aber darum, die Missstände der Arbeit oder des Lebens mal eine Woche außen vor zu lassen und stattdessen über all die positiven Dinge nachzudenken und zu sprechen, die es gibt.

Das kann am Anfang ganz schön schwierig sein, vor allem, wenn Du es eher gewohnt bist, zu jammern. Immer, wenn dieser Impuls in Dir hochschießt, wenn Du Dich über einne bestimmte Situation gerne so richtig auslassen würdest, überleg’ mal, welche positiven Aspekte Du der Situation abgewinnen kannst – seien die noch so klein.

Um Dich dabei zu unterstützen, gibt es in der Gelassenheits-Toolbox ein neues Arbeitsblatt: den Jammerfilter. Dieses Arbeitsblatt hilft Dir dabei, die Jammerspirale zu verlassen.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei diesem Experiment und ich bin total gespannt, was passiert, wenn Du mal eine Woche lang den Fokus vom Wehklagen auf das Wertschätzen verschiebst. Wenn Du Lust hast, lass mich in den Kommentaren wissen, wie es läuft!

P. S.: Sharing is caring :)

Was möchtest Du gerne teilen?

Ich will auch die besten Gelassenheits-Tipps, neue Videos und Podcast-Folgen bekommen.