Waren Deine KollegInnen bei der Urlaubsplanung schneller und Du musst jetzt im Büro die Stellung halten? Oder bist Du selbstständig und fragst Dich, ob Du Dir ein paar freie Tage überhaupt erlauben kannst?

Wir alle wollen den Sommer genießen: die Sonne auf der Haut spüren, mit Freunden auf der Terasse grillen, den Tag verplempern. Wenn alle außer Dir frei haben, fällt entspanntes und produktives Arbeiten besonders schwer. Deshalb zeige ich Dir in dieser Podcast-Folge,

  • wie Du die Sommerzeit auch ohne ausgedehnten Urlaub überstehst,
  • wie Du Dir den Sommer dorthin holst, wo Du gerade arbeitest, und
  • wie Du Deinem Wunsch nach Sommerurlaub Gehör verschaffst.

Sommer und kein Urlaub? Wie Du trotzdem Abstand gewinnst [GG#28] Signature Bild

Wahrscheinlich stehst Du vor der urlaubslosen Zeit und fragst Dich: Schaffe ich das überhaupt? Ja, das schaffst du! :) Und zwar, indem Du sowohl in Deinem Arbeitsleben als auch in Deinem Privatleben dafür sorgst, den Sommer zu genießen.

Kein Urlaub, aber Sommer auf dem Weg zur Arbeit

Das beginnt schon vor der eigentlichen Arbeit, nämlich auf Deinem Weg dorthin. Wenn Du außerhalb Deiner Wohnung arbeitest, nimm statt der überfüllten Straßenbahn doch mal das Rad oder fahre mit dem Auto einen anderen Weg als gewöhnlich. Plan Dir dafür mehr Zeit ein und genieße den Weg ganz bewusst.

Wenn Du im Homeoffice arbeitest, schlepp Dich nicht vom Bett gleich an den Schreibtisch, sondern mach erstmal einen Spaziergang bevor Du zu arbeiten beginnst. Genieße die kleine Tour um Deinen Block, durch den Park oder am Wasser entlang. Und versuche, währenddessen nicht über den vor Dir liegenden Arbeitstag nachzudenken, sondern das Draußen zu genießen: die frische Luft, die Sonne auf der Haut, die Geräusche der Natur.

Kein Urlaub bedeutet nicht, dass Du vom Sommer nichts siehst. Du musst es nur in Deinen Tagesablauf einplanen und bewusst wahrnehmen.

Kein Urlaub, aber Sommer am Schreibtisch

Durch den schönen Weg oder Spaziergang kannst Du, am Schreibtisch angekommen, bestimmt für einige Zeit konzentriert an Deinen Aufgaben arbeiten. Doch irgendwann meldet sich dieser Gedanke wieder: „Ich arbeite hier drinnen während draußen Sommer ist und alle anderen frei haben.“ Hier hat es sich für mich bewährt, den Sommer einfach reinzuholen:

Sommer ist ja nicht nur, was draußen stattfindet, sondern auch alles, was damit verknüpft ist. Zum Beispiel tolles Obst, das Du nur im Sommer bekommst. Oder die Sonne, die durch’s Fenster herein scheint. Vielleicht bereitest Du Dir morgens eine Schale frisches Obst zu oder Du verschiebst Deinen Schreibtisch unter ein großes Fenster… Das alles sind kleine Dinge, die Du tun kannst, um den Sommer auch drinnen zu spüren. Wenn es Dir gelingt, solche kleinen Momente zu feiern, dann wird es Dir leichter fallen, auch ohne Urlaub mit Freude und Motivation zu arbeiten.

Kein Urlaub muss nicht heißen, dass Du keinen tollen Sommer hättest. Hol’ Dir den Sommer einfach dorthin, wo Du gerade arbeitest.

Kein Urlaub, aber Pausen zur Erholung

In einem Sommer ohne Urlaub fehlen Dir ausgedehnte Erholungsphasen. Daher ist es noch wichtiger, die kleinen Entspannungsmomente zu nutzen. Die Idee, auf Pausen zu verzichten und dafür früher zu gehen, kann ich nicht empfehlen. Wir können einfach nicht so lange am Stück produktiv arbeiten und das dann „ausgleichen“. Es funktioniert hingegen besser, viele kleine Pausen einzulegen und sich immer wieder kurz zu entspannen.

Deine Mittagspause sollte übrigens nicht am Arbeitsplatz stattfinden, sondern im Sommer am besten draußen. Bereite Dir eine Lunchbox vor, lass Dir das Essen einpacken, hol’ Dir unterwegs einen Salat. Und dann suchst Du Dir einen schönen Platz in der Sonne und kostest diesen Pausenmoment richtig aus. Vielleicht kannst Du Deine Pause sogar etwas ausdehnen, wenn nicht so viele Kollegen auf Dich warten. ;)

Kein Urlaub ist kein Problem, wenn Du Dir regelmäßig kleine Pausen nimmst und in diesen Pausen den Sommer genießt.

Kein Urlaub, aber Feierabend und Wochenende

Du musst vielleicht in diesem Sommer auf Urlaub verzichten, Dir bleiben aber andere Zeiten zur Erholung: zum Beispiel Dein Wochenende oder der Feierabend. Vielleicht ist der zweiwöchige Urlaub im Süden nicht möglich, dafür kannst Du aber das Wochenende in Belgien am Meer verbringen und frische Luft, Sand und Sonne mitnehmen. Wenn Du nicht wegfahren willst, schau einfach mal, was Du mit Deinen Liebsten vor Ort unternehmen kannst: Tolle Feste, Ausstellungen, Konzerte – wo kannst Du etwas Neues erleben und Abstand zur Arbeit gewinnen?

Das geht natürlich auch im Feierabend: Ein Besuch des Open Air Kinos mit dem Kumpel oder das gemütliche Gespräch auf der Terrasse mit der besten Freundin. Und falls es den ganzen Arbeitstag lang schön war und ausgerechnet jetzt im Feierabend regnet, nicht verzagen! Ein verregneter Abend auf dem Sofa mit einem Buch oder Film kann auch ein toller Erholungsmoment sein. Nimm solche Moment ganz bewusst wahr, genieße und wertschätze sie.

Kein Urlaub ist keine Ausrede: Du kannst trotzdem Neues erleben oder Dich entspannen, am Wochenende und im Feierabend.

Kein Urlaub darf kein Dauerzustand sein

Vielleicht bist Du ein oder zwei Mal dazu bereit, den Kürzeren zu ziehen und im Büro die Stellung zu haben, während andere frei haben. Irgendwann willst Du aber auch an die Reihe kommen und Deine freie Zeit im Sommer genießen. Wie erreichst Du das?

Wenn es Dich ärgert oder frustriert, dass Du den gewünschten Urlaub nicht bekommst, nützt es keinem, wenn Du schmollst oder grollst. Dadurch wird die schlechte Laune noch schlechter und außerdem kriegen Deine KollegInnen nicht mit, was Dich ärgert. Es ist also wichtig, auszusprechen, dass Du nicht immer im Büro zurückbleiben willst, sondern auch mal an der Reihe bist, um Deinen Urlaub im Sommer zu nehmen.

Wenn es Dich ärgert oder frustriert, dass Du den gewünschten Urlaub nicht bekommst, nützt es keinem, wenn Du schmollst oder grollst.

Nur wenn Du das ansprichst, gibst Du den anderen die Gelegenheit, darauf zu reagieren (und es überhaupt erstmal mitzukriegen). Statt ihnen Vorwürfe zu machen, suche ein gutes und faires Gespräch, in dem Du Deine Wünsche und Bedürfnisse äußerst und ihr gemeinsam einen Kompromiss findet.

Wenn Du nach einer Zeit (vielleicht sogar einigen Jahren) feststellst, dass Du immer zurückstecken musst, überleg Dir mal, wie wichtig Dir der Sommerurlaub ist und inwieweit Du für Deinen Job bereit bist, darauf zu verzichten. Stimmt für Dich der „Deal“ noch: Kriegst Du für alles, was Du in Deinen Job einbringst (Arbeitskraft, Kreativität, Beteiligung) auch genug zurück (tolle Projekte, die Chance zu lernen, Geld und auch Urlaub)?

Kein Urlaub im Sommer kann ein Anlass sein, das Gespräch zu suchen und Deine Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren.

Sommer und kein Urlaub? Wie Du trotzdem Abstand gewinnst

Sommer und kein Urlaub – das nervt! Wie es Dir trotzdem gelingt, entspannt durch die sonnigen Monate zu kommen und für Deine Wünsche und Bedürfnisse einzustehen, das habe ich Dir in dieser Podcast-Folge vermittelt.

Hier sind nochmal die fünf Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Kein Urlaub bedeutet nicht, dass Du vom Sommer nichts siehst. Du musst es nur in Deinen Tagesablauf einplanen und bewusst wahrnehmen.
  • Kein Urlaub muss nicht heißen, dass Du keinen tollen Sommer hättest. Hol’ Dir den Sommer einfach dorthin, wo Du gerade arbeitest.
  • Kein Urlaub ist kein Problem, wenn Du Dir regelmäßig kleine Pausen nimmst und in diesen Pausen den Sommer genießt.
  • Kein Urlaub ist keine Ausrede: Du kannst trotzdem Neues erleben oder Dich entspannen, am Wochenende oder im Feierabend.
  • Kein Urlaub im Sommer kann ein Anlass sein, das Gespräch zu suchen und Deine Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren.

Und jetzt interessieren mich Deine Erfahrungen: In welchen Situationen fällt Dir Entspannung ohne Urlaub besonders schwer?

P. S.: Sharing is caring :)

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