Mini-Poster „Stress vorbeugen“ herunterladen

* Alle AbonnentInnen finden das Mini-Poster unter ihrem persönlichen Toolbox-Link.

Heute geht es mal wieder ganz handfest um Stress – und zwar so, wie wir ihn uns vorstellen: belastend, als Energiefresser, mit viel Frust verbunden, als möglichen Weg ins Burn-out. Solcher Stress

  • … kann uns lähmen, kann uns die Motivation nehmen.
  • … kann uns aber auch aufbringen, wütend machen, unvernünftig handeln lassen.
  • … macht uns sehr ängstlich, schickt uns auf die Flucht vor den Problemen.

Das sind unsere klassischen Reaktionen auf Stress. Und an diese Reaktionen denken wir, wenn von Stress die Rede ist. Solchen ätzenden Stress, dem wollen wir am liebsten vorbeugen, damit er gar nicht erst entsteht.

Stress vorbeugen? Warum das keine gute Idee ist [GG#22] Signature Bild

Der „gute“ Stress – Motor des Lebens

Stress hat aber auch eine gute Seite – und mit der fängt der ganze Stress überhaupt erst an. „Guter Stress“ macht eigentlich unser ganzes Leben aus. In der Stressforschung gibt es sogar eine weit verbreitete Definition, nach der Stress jegliche Form von Belastung, von Anforderung in unserem Leben ist. Immer wenn die Umwelt etwas von uns fordert, wenn wir irgendetwas tun müssen (oder tun wollen), ist das – laut Definition – schon Stress: Morgens aus dem Bett aufstehen, frühstücken, die Zeitung lesen, … das alles ist Stress – aber eben guter Stress, Stress der uns antreibt. Durch ihn werden wir gefordert, werden wir aktiv und tun etwas. Ohne solchen Stress hätte sich die Menschheit gar nicht entwickeln können.

Ohne Stress hätte sich die Menschheit gar nicht entwickeln können.

Wenn Du Dir Stress nun einmal in Form einer Maßleiste vorstellst, als waagerechte Linie von links nach rechts, dann gibt es ganz am Anfang keine Anforderung an Dich, es ist kein Stress vorhanden. Dort bist Du überhaupt nicht aktiv, es passiert nichts in Dir – außer die automatischen Abläufe wie Atmung, Stoffwechsel, etc. Gehen wir auf dieser Maßleiste ein Stückchen weiter nach rechts, dann gelangen wir zu Tätigkeiten wie Frühstücken oder Zeitunglesen, die von Dir bestimmte Fähigkeiten und Handlungen erfordern. Du wirst aktiver: Du bereitest das Frühstück zu, schlägst die Zeitung auf, liest darin, …

Grafik Maßleiste guter Stress schlechter Stress

Und jetzt gehen wir auf unserer Maßleiste noch ein Stück weiter nach rechts und kommen zu den höheren Anforderungen. Vielleicht erledigst Du auf der Arbeit eine komplexe Aufgabe. Oder Du forderst Dich beim Laufen zum Sprint heraus. Dein Körper gibt Dir auch die Energie, die Kraft, die Du dafür brauchst – alles wegen Stress; hier noch guter Stress, der Dich motiviert und Dich zu Höchstleistungen antreibt.

Der „schlechte“ Stress und seine positive Seite

Wenn wir auf unserer imaginären Maßleiste jetzt noch nach rechts gehen und die Anforderungen so hoch werden, dass Dein Körper sie auch mit kurzfristiger Zusatzenergie nicht bewältigen kann, dann sind wir am Umschlagpunkt zum schlechten Stress. Das ist der Stress, an den Du denkst, sobald jemand im Alltag von Stress spricht.

Doch auch dieser negative Stress hat eine positive Seite, weil er Dich auf etwas Wichtiges aufmerksam macht. Er klopft bei Dir an und ruft: „Halloooo! ZUVIEL! Ich brauch ’ne Pause. Ich muss wieder auftanken!“ Und das macht er, in dem er Dir kleine Warnzeichen schickt:

  • Körperliche Warnzeichen wir Verspannungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem.
  • Emotionale Warnzeichen wie fehlender Antrieb, Unlust, gesteigerter Ärger auf Kollegen.
  • Warnzeichen im Verhalten, wenn Du Dich plötzlich anders benimmst als gewöhnlich, zum Beispiel die Wut auslebst und schnell in Streit mit Deinen Kollegen gerätst.

Das klingt zwar erstmal nicht besonders positiv, schließlich geht es hier um Missstände, ist aber tatsälich sehr nützlich! Mit seinen Warnzeichen macht der schlechte Stress Dich nämlich auf diese Missstände aufmerksam.

Stress vorbeugen – So kann es aussehen

Wer dem Stress nun vorbeugen will, wünscht sich meistens, ihn loszuwerden. Das ist aber gar nicht möglich. Stress trifft so oder so auf Dich, meistens auch mit seiner guten Seite, und tut ganz viel für Dich und für Deine Entwicklung. Es macht Sinn, Dir immer mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, was Stress eigentlich für Dich leistet: sowohl der gute Stress, der Dich motiviert, antreibt und Deine Leistung steigert, als auch der schlechte Stress, der Dich vermutlich frustriert, der sich negativ auf Deine Leistung und auf Deine Gesundheit auswirkt, der aber eben auch auf eben diese Missstände aufmerksam macht.

Stress loswerden geht gar nicht.

Statt den Stress komplett wegzuwünschen, dem Stress vorbeugen zu wollen, will ich Dir empfehlen, Deine Sensibilität zu schulen: das Gefühl dafür, wann etwas gut für Dich ist und wann vielleicht zu viel. Dann kannst Du im nächsten Schritt das Selbstbewusstsein entwickeln, die eigene Gesundheit und Zufriedenheit wichtig zu nehmen und rechtzeitig Deine Kräfte wieder aufzuladen, um entspannt und produktiv zu bleiben.

Als kleinen Reminder dafür habe ich zu dieser Folge ein Mini-Poster entwickelt, auf dem die Maßleiste, über die wir gesprochen haben, grafisch dargestellt ist – mit all den positiven Aspekten von gutem und schlechtem Stress. Gerne kannst Du dieses Poster in Deinem Büro aufhängen (oder er in der ersten Schublade unterbringen, wenn es nicht jeder sehen soll). ;) Das Poster findest Du in der kostenfreien Gelassenheits-Toolbox.

Ich hoffe, dass Dir das dabei hilft, nicht mehr dem Stress vorbeugen zu wollen, sondern ein besseres Gespür für Deine eigene Belastung zu entwickeln. Wenn Du magst, teile Deine Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren!