In dieser Podcast-Folge sprechen wir darüber, warum jeder Kopf eine Welt ist, wo das zu Schwierigkeiten im Miteinander führt und wie Du das in Deinem Job vermeiden kannst. Außerdem stelle ich Dir den Annahmenprüfer vor (findest Du in der Gelassenheits-Toolbox), mit dem Du Deine eigenen Vorannahmen finden und überprüfen kannst.

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* Alle AbonnentInnen finden das Arbeitsblatt unter ihrem persönlichen Toolbox-Link.

So klappt’s auch im Team: Vorannahmen prüfen [GG#4] Signature Bild

Kein Team ohne Konflikte

Heute geht es um’s Team. Und mit Team ist im weiteren Verlauf dieses Beitrags die Gruppe von Menschen gemeint, mit denen Du regelmäßig oder intensiv zusammenarbeitest. Vielleicht hast Du ein Dream Team, also Leute, auf die Du Dich verlassen kannst, die sich gegenseitig unterstützen. Aber auch im besten Team kommt es hin und wieder zu Konflikten.

Dass es zu Konflikten kommt, hat mit dem zu tun, was wir im letzten Beitrag besprochen haben: Du erlebst Dein Team und die Zusammenarbeit aus Deiner Perspektive. Du als gewachsener Mensch mit Deinen Erfahrungen, Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen. Doch sind in diesem Team nun auch noch viele andere Menschen mit ihren jeweiligen Erfahrungen, Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen (die ganz anders aussehen können als Deine eigenen).

Und weil wir tendenziell zu wenig miteinander sprechen (oder: zu wenig richtig), setzen wir – aus unserer Weltsicht gedacht – bei unseren KollegInnen Dinge voraus, die nicht unbedingt gegeben sind.

Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt

Zu Vorannahmen gibt es eine schöne Geschichte von Paul Watzlawick. Die Geschichte handelt von einem Mann, der ein Bild aufhängen will. Der Mann hat einen Nagel, jedoch keinen Hammer, um den Nagel in die Wand zu schlagen. Nun weiß er, dass sein Nachbar einen Hammer hat und so beschließt er rüberzugehen und sich den Hammer auszuborgen. Doch dann melden sich einige Gedanken:

Gestern war mein Nachbar schon so kurz angebunden.
Vielleicht hat er gar keine Lust, mit mir zu sprechen.
Den Eindruck hatte ich ja schon öfter.
Wahrscheinlich kann er mich gar nicht leiden.
Dabei habe ich ihm überhaupt nicht getan!
Sicher würde er mir seinen Hammer nicht leihen.
Ätzend! Würde mich jemand fragen, ich würde meinen Hammer sofort verleihen.
Mein Nachbar aber nicht – was ein Menschenfeind!
Wie kann man jemanden einen so einfachen Gefallen abschlagen?

Der Mann steigert sich immer weiter in die Gedanken rein und als er schließlich vor der Tür seines Nachbars steht und der öffnet, schreit der Mann seinen Nachbarn an: „Behalten Sie doch Ihren bescheuerten Hammer!“

Vorannahmen in Deinem Kopf

Wo ist nun die Parallele zu Deinem Berufsalltag? Im Job sind wir ja nicht nur nett miteinander am Plauschen, sondern wir sind auch aufeinander angewiesen. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, um Unternehmensziele zu erreichen. Und vielleicht brauchst Du mal etwas von einer Kollegin und es melden sich einige Gedanken, die dagegen sprechen:

Dafür braucht die wieder ewig!
Die wird sowieso nein sagen!
Dann reißt die das ganze Projekt an sich!

Wenn Du mit solchen Vorannahmen geladen bist, wirst Du mit einer entsprechenden Stimmung auf Deine Kollegin treffen. Und das ist keine gute Voraussetzung für ein schönes Miteinander und schon gar nicht für die konstruktive Zusammenarbeit.

Diese Stimmen, die sich in Deinem Kopf melden – Deine Vorstellung davon, wie andere sind oder wie sie Dich sehen –, das sind Vorannahmen. Vorannahmen bilden sich, damit Du schneller entscheiden kannst. Eine Effizienzfunktion des Gehirns, damit wir nicht jedes Mal Grundsatzdiskussionen mit uns selbst führen müssen und alles neu bedenken. Auf der Basis von Vorannahmen können schnell Entscheidungen getroffen werden, oft ohne dass diese ins Bewusstsein treten.

So klappt’s auch im Team: Vorannahmen prüfen

Leider machen manche Vorannahmen über andere im Team die Arbeit nicht einfacher und effizienter, sondern sorgen für Konflikte. Und genau darum geht es im Arbeitsblatt zu diesem Beitrag, dem Annahmenprüfer (findest Du in der Gelassenheits-Toolbox). Mit dem Annahmenprüfer kannst Du Vorannahmen über andere in Deinem Team aufschreiben und überprüfen. Und dann kann es sein, dass manche Deiner Vorannahmen sehr merkwürdig aussehen, wenn sie schließlich auf dem Papier stehen! ;)

Zum Team gäbe es natürlich noch viel mehr zu sagen. In dieser zehnteiligen Einsteigerserie, in der wir uns gerade bewegen, möchte ich Dir aber erstmal einen Überblick geben und erste Werkzeuge vorstellen, damit Du Selbstreflexion und Selbstcoaching kennenlernen und Dich ein Stück in Richtung entspannt-produktiver Arbeit bewegen kannst.

Wenn Dir dieser Beitrag und auch meine Arbeitsblätter gefallen oder Du Anmerkung und Verbesserungsvorschläge hast, melde Dich gerne bei mir. Wenn Dir der Podcast „Gelassenheitsgestalter“ gefällt, freue ich mich auch über eine Bewertung bei iTunes.

P. S.: Sharing is caring :)

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