In dieser Folge schauen wir uns an, welche Lebenswelten – neben der Arbeitswelt – noch eine Rolle in Deinem Leben spielen und was das für Dich und Deine Identität bedeutet. Mit dem dazugehörigen Arbeitsblatt aus der Gelassenheits-Toolbox, dem „Lebensuniversum“, kannst Du diese Welten kartieren.

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* Alle AbonnentInnen finden das Arbeitsblatt unter ihrem persönlichen Toolbox-Link.

Warum Du ein Wanderer zwischen den Lebenswelten bist [GG#6] Signature Bild

In den bisherigen Folgen haben wir uns vor allem mit Deiner Arbeitswelt beschäftigt. Nun bietet das Leben ja noch ein bisschen mehr als Arbeit; auch, wenn Du wahnsinnig beschäftigt bist, wird es Dinge und Zeiten geben, die nicht Deinem Job gewidmet sind. Darum geht es in der heutigen Gelassenheitsgestalter-Folge: Wir sprechen über drei Lebenswelten, in denen Du unterwegs bist und zwischen denen Du hin und her wanderst.

Welche Lebenswelten gibt es?

Neben unserer Arbeitswelt gibt es viele weitere Lebenswelten, über die wir sprechen könnten. Für heute habe ich drei ausgewählt, die mir besonders relevant erscheinen.

#1 Deine Interessenwelt

Deine Interessenwelt ist der Ort, an dem Du Erfüllung findest und Sinnstiftung erlebst.
Ein Ort also, an dem Du Deine Talente voll einsetzen kannst. Vielleicht kannst Du sie hier sogar weiterentwickeln oder ganz neue dazugewinnen. Hier fällt es Dir leicht, produktiv, zufrieden und gesund zu sein – hier bist Du „im Flow“.

#2 Deine Familienwelt

In Deiner Familienwelt geht es um den intimen Kontakt mit anderen: mit Partnerin oder Partner, mit Freunden und der weiteren Familie. Hier kommt es auch zu ersten Überschneidungen mit der Arbeitswelt, zum Beispiel bei den Fragen:

  • Welche Funktion spielt Deine Arbeit für Deine Familienwelt?
  • Wie viel Zeit fehlt Dir wegen des Jobs für die Familie?
  • Und etwas weiter gedacht: Was ist Dir wirklich wichtig im Leben, was hat Vorrang?

#3 Deine Gesellschaftswelt

Mit Gesellschaftswelt meine ich die Gesellschaft, in der Du lebst:

  • Ganz allgemein: die menschliche Gesellschaft mit ihren Regeln und Normen, ihren Vorstellungen von Kommunikation und Miteinander, von Menschlichkeit.
  • Räumlich: der Kontinent, das Land oder sogar die Stadt, in der Du lebst mit ihrer ganz eigenen Kultur.
  • Und wenn man noch weiter runter gehen will: auch die gesellschaftliche Gruppe, in der Du Dich bewegst. Hier spielen Herkunft, Bildung und Ausbildung eine Rolle.

So kartierst Du Dein Lebensuniversum

Diese drei Lebenswelten kannst Du als Beispiel nehmen, um Dein Lebensuniversum zu kartieren. Auf dem Arbeitsblatt zu dieser Folge (findest Du in der Gelassenheits-Toolbox) sind vier Lebenswelten bereits eingetragen: Arbeitswelt, Interessenwelt, Familienwelt und Gesellschaftswelt. Auch gibt es Raum für weitere Lebensbereiche, die Dir einfallen.

Beim Ausfüllen des Lebensuniversums geht es darum, herauszufinden, wer Du in den verschiedenen Welten bist. Vermutlich wirst Du auf eine relativ feste Schnittmenge von Eigenschaften und Verhaltensweisen stoßen, die Du in allen Lebenswelten an den Tag legst, aber es wird auch ganz spezifische Dinge geben, die sich nur in der einen oder anderen Lebenswelt zeigen.

Das bedeuten Lebenswelten für Deine Identität

Wie wir sind – optimistisch, kreativ, verbissen, launisch oder gelassen – und wie wir uns im Miteinander mit anderen verhalten – umgänglich, aggressiv, hilfsbereit – kann in verschiedenen Lebenswelten ganz unterschiedlich aussehen. Zwar gibt es Eigenschaften und Verhaltensweisen, die wir immer wieder an den Tag legen (egal ob im Job oder unter Freunden), aber es gibt auch viele Dinge, die eben ganz spezifisch sind für die jeweilige Welt, in der wir uns gerade bewegen.

Wir sind nicht immer die Gleichen!

Ich möchte Dich davon überzeugen, die Vorstellung von einer fixen Identität hinter Dir zu lassen. Wir sind in verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich! Das kennst Du aus Deiner Alltagserfahrung: wenn Du im Job anderen gegenüber hart bist, kann das abends unter Freunden ganz anders aussehen. Die Vorstellung von einer flexiblen Identität ermöglicht Dir mehr Gelassenheit für Dich selbst, aber auch im Umgang mit anderen. Einzugestehen, dass wir nicht immer gleich handeln ist total wertvoll für das Miteinander und die Kommunikation untereinander.

Welche Erfahrungen hast Du mit Deinen verschiedenen Lebenswelten gemacht? Welcher Teil von Dir scheint immer gleich zu funktionieren und wo bist Du wirklich anders?